Das erste Quartal dieses Jahres war ein gutes für die Onlinebank Comdirect: 84.000 neue Kunden hat sie gewonnen – damit steigt die Kundenzahl auf insgesamt 2,61 Millionen. Auch die Depots bei der Bank haben sich um 62.000 auf 1,45 Millionen vermehrt. Durch Nettozuflüsse und positive Effekte durch Kursgewinne stieg das betreute Kundenvermögen auf 68,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Arno Walter spricht von einem "der stärksten Quartale in der Comdirect-Geschichte". 

Die Commerzbank-Tochter gewinnt damit so viele Kunden wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bereits im Jahr 2018 hatte sie einen Zulauf von knapp 240.000 Neukunden. Die kommen eher von traditionellen Filial- als von anderen Direktbanken, zitiert das Handelsblatt den Comdirect-Chef. Insgesamt 1,62 Millionen der Comdirect-Kunden haben ein Girokonto. Die Anzahl der Girokonten ist auch bei anderen großen Direktbanken wie der ING in den vergangenen Jahren stark gestiegen, was in Zeiten um sich greifender Gebührenerhöhungen nicht zuletzt an den attraktiven Gratisangeboten für Wechselwillige liegt.

Für neue Kunden braucht es viel Werbung
Der Fokus auf Neukundengewinnung hat jedoch seinen Preis: Das Vorsteuerergebnis der Comdirect lag deutlich unter dem des ersten Quartals 2018: Mit 18,1 Millionen Euro macht die Bank fast 40 Prozent weniger Gewinn vor Steuern als im Vorjahr. Das lag unter anderem an deutlich höheren Kosten für Werbung und Marketing und der Verunsicherung weiter Teile der typischerweise anlageaffinen Comdirect-Stammklientel, was zu rückläufigen Handelsumsätzen mit Wertpapieren führte. (fp)