"Nicht akzeptabel": DZ-Bank-Chef spricht nach Stützungsfällen Klartext
Cornelius Riese kritisiert Art und Ausmaß der Probleme bei gestützten Genossenschaftsbanken. Der DZ-Bank-Chef räumt Versäumnisse ein und verweist auf die Reform der gemeinsamen Sicherungseinrichtung.
Nach mehreren Stützungsfällen bei Genossenschaftsbanken in Deutschland hat der Chef der DZ Bank, des Spitzeninstituts des Sektors, von Versäumnissen innerhalb der Bankengruppe gesprochen.
"Wir hatten beginnend in den Zehnerjahren – diese Jahre waren für unsere Organisation eine sehr sehr gute Zeit, wir haben sehr stark Marktanteile gewonnen, hatten wirtschaftlich eine sehr erfolgreiche Zeit – einige Dinge versäumt", sagte DZ-Bank-Chef Cornelius Riese am Mittwoch (2.9.) beim Bankengipfel des "Handelsblatts" in Frankfurt.
Versäumnisse bei Governance und Geschäftsmodellen
Laut Riese wäre es damals wichtig gewesen, "beim Thema Governance, beim Thema Geschäftsmodelle einzelner Banken hinzuschauen, auch bei der Anfälligkeit gegenüber dem Immobilienmarkt und einem Zinsanstieg".
In den vergangenen Jahren mussten gleich mehrere Genobanken von der gemeinsamen Sicherungseinrichtung des Genosektors gestützt werden, darunter die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank im Hochtaunus. In vielen Fällen handelte es sich um relativ kleine Institute, die sich mit Immobilien verspekuliert hatten.
"Was überhaupt nicht akzeptabel ist, ist die Art und Weise und die Dimensionen der Probleme, die diese Institute teilweise hatten", sagte Riese allgemein über die gestützten Genobanken.
Das Gute sei allerdings, dass der "Groschen gefallen" ist, sagte Riese. "Wir haben Lehrgeld gezahlt."
Reform stärkt die Sicherungseinrichtung
Im Juni hatte der Genosektor eine Reform seiner Sicherungseinrichtung verabschiedet, die dadurch größere Eingriffsrechte bei den einzelnen angeschlossenen Banken in der Fläche erhält. Ziel der Reform war, Risiken früher zu erkennen, die Handlungsfähigkeit der Sicherungseinrichtung zu stärken, auf Fehlentwicklungen bei einzelnen Banken schneller zu reagieren und die Zusammenarbeit aller Akteure zu verbessern.
"Wir sehen uns da jetzt wirklich stabil aufgestellt”, sagte Riese. Wichtig sei, dass die Reformen in die Zukunft wirken. “Aber Nachlaufeffekte wird es auf jeden Fall geben." (mb/Bloomberg)















