Bausparkassen in Deutschland haben ihre "Notgroschen" im vergangenen Jahr weiter geplündert. Die Finanzpolster, die Institute in den sogenannten hauseigenen "Fonds zur bauspartechnischen Absicherung" (FBTA) anlegten, haben einige Gesellschaften Ende 2018 vollständig aufgezehrt, wie eine Analyse des Onlineportals "Kreditvergleich.net" zeigt.

Zu diesen Gesellschafen zählen laut Beobachtung von Kreditvergleich.net unter anderem die Aachener Bausparkasse, die Alte Leipziger Bauspar, die BHW Bausparkasse, die BKM Bausparkasse Mainz, die Debeka Bausparkasse, die Deutsche Bank Bauspar, die Deutsche Ring Bausparkasse und die Signal Iduna Bauspa. Einige der Genannten hatten schon Ende 2017 kaum noch Mittel in ihren Notfallfonds liegen, nun sind sie vielerorts komplett aufgebraucht. Dagegen hat die Schwäbisch Hall noch 278 Millionen Euro in ihrem FBTA-Topf, die Wüstenrot Bausparkasse immerhin noch 75,7 Millionen (Stand Ende 2018).

Die Zinsen zehren am Geschäft
Der Grund für die Entwicklung liegt auf der Hand: Die Institute müssen einerseits vielen Bausparern hohe Zinsen für Altverträge zahlen, die zum Teil vor 2008 abgeschlossen wurden. Zugleich machen die andauernden Minizinsen das Erwirtschaften entsprechender Renditen sehr schwierig. Kein Wunder also, dass die Bausparkassen immer einfallsreicher werden wenn es darum geht, Altverträge zu kündigen. Der Bundesgerichtshof gab ihnen sogar Schützenhilfe, während zwei Oberlandesgerichte den Elan der Bausparkassen kürzlich wieder bremsten.

Zum Hintergrund: Die Notfallfonds waren Anfang der 1990er-Jahre eingerichtet worden, damit die Kunden ihre zuteilungsreifen Darlehen auch dann ausbezahlt bekommen, wenn die Einlagen der betreffenden Bausparkasse dafür nicht ausreichen. Seit 2015 dürfen die Bausparkassen im Zuge einer Gesetzesnovelle diese Reserven aber auch einsetzen, um Engpässe im laufenden Geschäft abzufedern, die durch die Niedrigzinsen verursacht wurden. (jb)