Die deutsche Nürnberger Versicherung gehört nun zur VIG. Schneller als erwartet seien die regulatorischen Freigaben für die Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG (Nürnberger) erteilt worden, schreibt der Wiener Konzern in einer Mitteilung.

Die Nürnberger soll innerhalb der Gruppe als "richtungsgebender" Biometrie-Anbieter positioniert werden, so VIG-Vorstandschef Hartwig Löger. Der deutsche Markt, wo die VIG bisher kaum vertreten war, verstärke die Diversifikation des Konzerns, der neben Österreich vor allem in Süd- und Osteuropa aktiv ist. Erhalten bleibe die Marke Nürnberger. Die VIG bleibt damit ihrer Mehrmarkenstrategie treu.

Zweitgrößter Einzelmarkt
Laut Konzernangaben ist die rund 1,4 Milliarden Euro schwere Übernahme die größte Transaktion der VIG bisher. Durch den Schritt dürfte bei der VIG der Lebensversicherungsanteil von derzeit einem Viertel auf ein Drittel der Prämien steigen. Deutschland steigt zum zweitgrößten Einzelmarkt in der Gruppe auf.

Löger betonte unlängst in einem Gespräch mit der Redaktion, dass Deutschland weiterhin als "Spezialmarkt" betrachtet werde, in dem man keine dominante Stellung anstrebe. Die Übernahme sei eine Möglichkeit, auf einem stabilen Markt nachhaltige Erträge zu erzielen.

Im Sommer 2025 hatte die VIG ihre Absicht zur 100-Prozent-Übernahme bekanntgegeben. Mit dem Vollzug halte die VIG nun 99,2 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte an der Nürnberger, wie es heißt.

Über die VIG 
Zur VIG gehören in 30 Ländern Zentral- und Osteuropas gut 50 Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen. Im Vertrieb kooperiert sie eng mit der Wiener Erste Group, deren Banken in der Region hohe Marktanteile haben. Rund 33 Millionen Kundinnen und Kunden sind bei der VIG versichert. Die Aktie notiert seit 1994 an der Wiener Börse, seit 2008 zudem in Prag und seit 2022 in Budapest. In Österreich gehören unter anderem die Wiener Städtische und die Donau Versicherung zum Konzern, die Nummer zwei und Nummer fünf bei den Marktanteilen. (eml)