Die Nürnberger Versicherungsgruppe versucht derzeit offenbar, ihren Bestand in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) auszubauen. Daher bietet sie Vertretern und Maklern die volle Abschlussprovision, wenn sie einen bestehenden Vertrag bei einem Versicherer gegen eine BU-Police der Nürnberger austauschen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Kunden müssen also für die Abschlusskosten also zweimal in die Tasche greifen, daher ruft das Vorgehen bei Branchenteilnehmern Kritik hervor.

Ein Sprecher der Nürnberger hat die Umdeckungs-Aktion in der SZ nun verteidigt. "Wir bieten hier Menschen mit bestehenden BU-Verträgen die Möglichkeit, auf einen Vertrag mit besseren Konditionen umzusteigen", zitiert ihn die Zeitung. Das könne eine längere Laufzeit sein – etwa mit dem Endalter von 67 statt 62 Jahren. Möglich sei auch, dass bestehende Zuschläge entfallen oder Kunden niedrigere Beiträge zahlen.

Keine vollständige zweite Gesundheitsprüfung erforderlich
Der Sprecher sagte der SZ zufolge weiter, dass selbstverständlich nur solche Verträge bearbeitet würden, "bei denen der Kunde trotz Provision erkennbare Vorteile in Leistung oder Preis erhält". Anfragen von FONDS professionell ONLINE zu weiteren Details und Begründungen des Wechselangebotes hat die Nürnberger bisher nicht beantwortet.  

Der Versicherer mache den Wechsel besonders leicht, berichtet die Zeitung. Versicherungsnehmer müssten die obligatorische Gesundheitsprüfung nicht mehr vollständig absolvieren. Die Gesellschaft akzeptiere die Gesundheitserklärung, die der Kunde beim Vorversicherer abgegeben hat, und verlange selbst nur eine stark vereinfachte Erklärung. (jb)