Ein Bonus in Höhe von 400.000 Euro? "Inakzeptabel", befand ein Banker, schrie seine Vorgesetzten an – und verklagte schließlich seinen Arbeitgeber, die französische Großbank BNP Paribas. Nun hat er den Prozess in London verloren, wie diverse Medien berichten, darunter "Focus Online". Über den ungewöhnlichen Fall, der sich bereits vor einigen Jahren ereignet hatte, schrieb damals die britische Zeitung "Mirror". 

Dem Bericht zufolge soll der Bonus des Bankers um 140.000 Euro unter dem des Vorjahres gelegen haben. Seine Chefs begründeten die Entscheidung damit, dass die Leistung ihres Mitarbeiters im Unternehmen abgenommen habe und die meisten Boni geringer ausgefallen seien. Als die Vorgesetzten dem Banker dies mitteilten, soll er sie angeschrien und ihnen vorgeworfen haben, die Kürzung liege nur daran, dass er kein Franzose, sondern Italiener sei.

3,87 Millionen Euro allein an Boni
Der Banker war seit 1999 bei BNP Paribas beschäftigt, zunächst in London, später zeitweise in Mailand, dann wieder in London. Im Jahr nach der Auseinandersetzung mit seinen Chefs soll seine Leistung weiter abgefallen sein. Daher kündigte ihm die Bank. Sein Jahresgehalt habe größtenteils auf Boni basiert, schreibt "Focus Online": Während sein Grundgehalt 250.000 Euro betrug, soll er zwischen 2009 und 2016 rund 3,87 Millionen Euro allein an Vergütungen dieser Art kassiert haben. 

Als die Bank ihn entließ, verklagte der Investmentbanker kurzerhand seinen ehemaligen Arbeitgeber wegen ungerechtfertigter Entlassung und wegen der zu geringen Boni. Jahre später hat er nun den Kürzeren gezogen. Die Londoner Richter sahen es als erwiesen an, dass die Arbeitsleistung des Bankers über die Jahre tatsächlich deutlich abgefallen war. Vor Gericht soll der Banker "Focus Online" zufolge seinen Chefs dann nicht mehr Rassismus vorgeworfen haben. Stattdessen habe er behauptet, er hätte als Informant Bedenken über angeblich "illegale" Geschäfte der Bank geäußert und sei deswegen entlassen worden. (am)