Die beiden Institute ABN Amro und Oddo BHF gehen eine Partnerschaft ein und gründen ein Joint Venture. Darin bündeln die Geldhäuser ihre Dienstleistungen in den Bereichen Equity Capital Markets, Corporate Broking und Equity Brokerage in den Benelux-Ländern. Die Kooperation soll auch auf den deutschen Markt ausgeweitet werden. Dies gaben die Banken in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.

Demnach bringt das niederländische Institut ABN Amro sein Geschäft im Bereich Aktienresearch, Institutional Sales und Sales Trading in das Gemeinschaftsunternehmen ein. Die französisch-deutsche Bank Oddo BHF wiederum steuert ihre Plattform und ihre Handelsausführung bei. Der Hauptsitz des Joint Ventures soll Amsterdam sein. Die Kooperation schaffe ein breiteres Spektrum an Aktienresearch von über 500 Werten sowie ein ausgedehntes Vertriebsnetz mit mehr als 600 institutionellen Kunden in Europa und den Vereinigten Staaten.

Wachstum erschließen
"Diese Partnerschaft bietet die Möglichkeit, weiter in Nordwesteuropa zu wachsen“, erläutert Rutger van Nouhuijs, Mitglied des Vorstands von ABN Amro, den Schritt. Christophe Tadié, Mitglied des Vorstands von Oddo BHF, ergänzt: "Sie bringt komplementäre Teams, Expertise und Märkte zusammen, um eine konsolidierende Brokerage-Plattform in Europa aufzubauen. Nach der Partnerschaft mit Natixis im Jahr 2018 ist diese Verbindung Teil unserer paneuropäischen Strategie, die darauf abzielt, einen führenden Finanzdienstleister in der Eurozone aufzubauen.“

Die französisch-deutsche Bank hatte ihre Research-Abteilung mit Natixis zusammengelegt. Natixis, die zentrale Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, übertrug ihre Aktienanalyse und ihren Handelsbereich auf Oddo BHF. Im Gegenzug bündelten die beiden Geldhäuser die Begleitung von Börsengängen bei Natixis.

Konsolidierung in Sicht
Solche Kooperationen stehen auch vor dem Hintergrund strikterer Regeln für Research- und Brokerdienste unter der Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Demnach müssen Asset Manager die Kosten für Analysen und Wertpapiertransaktionen gesondert ausweisen. Bislang vergaben die Investmentbanken und Broker Research umsonst heraus – im Gegenzug für lukrative Handelsaufträge der Fondsanbieter. Diese Praxis war den Aufsehern zu undurchsichtig. Seither zeichnet sich im Bereich des Research eine Konsolidierung ab. (ert)