Ökoworld gehört jetzt mehrheitlich einer Stiftung – Platow außen vor
Der Pionier der nachhaltigen Geldanlage hat eine neue Ankeraktionärin: die Ökoworld Foundation. Die gemeinnützige Stiftung hält nun die Mehrheit der Anteile, die von mehreren Stammaktionären eingebracht wurden – aber nicht von allen.
Mehrere Gründer des Fondsanbieters Ökoworld haben ihre Aktien auf eine Stiftung übertragen. Die gemeinnützige Ökoworld Foundation halte nun mehr als 50 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien, teilt das Unternehmen mit. Mit den Dividenden aus der Beteiligung sollen künftig Projekte für Finanzbildung, die Stärkung der Demokratie sowie Natur- und Klimaschutz gefördert werden.
Ihre Anteile in die Stiftung eingebracht hätten unter anderem die Ökoworld-Mitgründer Klaus Odenthal und Angelika Grote, Aktionäre der ersten Stunde wie Helga Nissen und Frank Kittel sowie weitere Stammaktionäre, teilt das Unternehmen mit. Alfred Platow, der bekannteste Mitgründer und langjährige Vorstandschef des Unternehmens, hat seine Aktien nicht übertragen, wie ein Firmensprecher auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mitteilte. Zu den Gründen konnte er sich nicht äußern.
"Versprechen an die Zukunft"
Im August 2023 hatte sich die Ökoworld überraschend von Platow getrennt. Wenige Monate später hatte das Unternehmen angekündigt, Platow und andere Stammaktionäre planten, ihre Anteile in eine gemeinsame Stiftung einzubringen. Die Stiftung wurde nun gegründet – doch Platow blieb außen vor.
"Der Eigentumsübertrag ist weit mehr als ein formaler Akt. Er ist unser verbindliches Versprechen an die Zukunft", lässt sich Odenthal in der aktuellen Mitteilung zitieren. Mit der Ökoworld Foundation als bestimmender Großaktionärin stelle man die Unabhängigkeit der Firmengruppe sicher. "Ihr Kapital und ihre Erträge sollen langfristig dort wirken, wo sie gebraucht werden: in der Bildung, der Wissenschaft, bei der Stärkung der Demokratie und beim Klimaschutz." Ein Großteil der Erträge der Ökoworld komme damit "der gesamten Zivilgesellschaft zugute".
"Genau die Stabilität, die wir brauchen"
Auch Oliver Pfeil, seit Anfang vergangenen Jahres Vorstandschef der Ökoworld, begrüßt den Schritt: "Die Stiftung als Mehrheitsaktionärin gibt uns genau die Stabilität, die wir in einer Phase der Transformation brauchen." Sie ermögliche es, das Geschäftsmodell konsequent weiterzuentwickeln. "Gleichzeitig stellen wir sicher, dass der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens dauerhaft gesellschaftliche Wirkung entfaltet", so Pfeil.
Die Struktur des Grundkapitals bleibt durch den Übertrag unberührt und ist weiterhin aufgeteilt in 3,95 Millionen nicht börsennotierte Stammaktien und 3,05 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien, die an der Börse gehandelt werden. (bm)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











