Die Erste Group Bank AG wird nicht um die polnische MBank mitbieten. Das bestätigte das Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die österreichische Bank hat vergangenen Herbst offiziell Interesse bekundet, nachdem die Commerzbank den Verkauf ihrer 69-prozentigen polnischen Tochter bekannt gegeben hatte.  

Nun hat der Vorstand der Erste Group beschlossen, kein unverbindliches Angebot für die MBank abzugeben. Zum einen habe die Erste unzureichende Synergie-Möglichkeiten gesehen, erklärte Sprecherin Carmen Staicu. Zudem betonte Staicu laut Bloomberg die Komplexität der Deal-Struktur und verwies dabei auf das mehrere Milliarden Euro schwere MBank-Portfolio an Frankenkrediten.

Frankenkredite
Demnach dürfte es offenbar doch schwieriger als erwartet gewesen sein, die Fremdwährungskredite herauszulösen. Vergangenen Herbst hatte der – damals noch designierte, seit 2020 neue – Vorstandschef der Erste Group, Bernhard Spalt, eine "höheren Wahrscheinlichkeit" gesehen, dass das Frankenportfolio kein Teil des Verkaufs sein wird. Das entspricht auch dem Wunsch des polnischen Regulators, der will, dass das Frankenportfolio bei der Commerzbank verbleibt.

Die Commerzbank erwartet sich nach Insiderberichten durch den Verkauf einen Erlös von gut zwei Milliarden Euro. Sie braucht das Geld für ihre eigene Sanierung. Einen Käufer zu finden, dürfte aber nicht leicht werden. Auch andere Banken haben sich aus dem regulatorisch und generell anspuichsvollen Markt Polen zurückgezogen – unter anderem die Raiffeisen Bank International, die dabei ebenfalls ihr Frankenportfolio behalten musste. Die Erste Group gehört in Osteuropa zu den größten Kreditgeberinnen, hat aber in Polen kein Geschäft. (eml)