Der europaweit agierende Finanzvertrieb OVB muss für das Gesamtgeschäft leicht rückläufige Zahlen bekannt geben. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gab es auch in den einzelnen Regionen kaum positive Entwicklungen. Das hatte sich schon im Jahresverlauf angekündigt. Die börsennotierte Gesellschaft zeigt sich vor dem Hintergrund herausfordernder Rahmenbedingungen in einigen Ländermärkten aber mit dem Geschäftsverlauf 2017 zufrieden.

Nach Ausweis der Kennzahlen lagen die Gesamtvertriebsprovisionen mit 225,3 Millionen Euro um 2,8 Prozent, unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) ging um 3,3 Prozent auf 16 Millionen Euro zurück. Der in Köln ansässige Finanzdienstleister betont aber in seiner Pressemitteilung, dass erhöhte Aufwendungen im Rahmen der Strategie "OVB Evolution 2022" ein Grund für den Rückgang des EBITs waren.

Auch das Konzernergebnis fiel im Vergleich zu 2016 schlechter aus: 12,1 Millionen Euro und damit 0,4 Millionen Euro weniger. Die einzig positive Nachricht ist, dass die Zahl der betreuten Kunden im Jahresvergleich von 3,27 Millionen auf 3,35 Millionen Kunden zunahm.

"OVB Evolution 2022" als Zukunftsinvestition
In Deutschland sanken die Provisionen um 7,5 Prozent auf 59,1 Millionen Euro. Allerdings blieb das EBIT gerundet bei 6,7 Millionen Euro stehen, wenngleich die Gesellschaft einen  Rückgang um 0,7 Prozent vermerkt. Das Lager der Kunden schrumpfte um 1,6 Prozent auf 623.138, die Beraterzahl sank um vier auf 1.296. In Mittel- und Osteuropa rutschten die Provisionen leicht um 0,6 Prozent auf 109 Millionen Euro, in Süd- und Westeuropa um 1,8 Prozent auf 57,2 Millionen Euro.

Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2018 eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung und ein operatives Ergebnis von 13,0 bis 13,5 Millionen Euro. In der Zukunft solle aber die Strategie "OVB Evolution 2022" helfen. Diese fokussiert laut Pressemitteilung auf die vier Bereiche Potenzialausschöpfung, Digitalisierung, Modernisierung und Expansion und wird durch umfangreiche Maßnahmen untermauert. "Im Zuge der im Jahr 2017 verabschiedeten Unternehmensstrategie 'OVB Evolution 2022' investieren wir verstärkt in die Zukunft unserer Finanzvermittler und richten uns europaweit auf die zukünftigen Markterfordernisse aus", betont Mario Freis, Vorstandschef der OVB Holding. (jb)