Im zweiten Corona-Winter hat sich vieles eingespielt: Videokonferenzen am Küchentisch und die Betreuung der Kinder nebenher sind für viele Berufstätige zur Routine geworden. Doch bei allem Zuspruch, den die gewonnene Flexibilität im Homeoffice genießt, kommt auch immer wieder Frust auf, wie der "Index Gute Arbeit" des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zeigt. Größter Stressfaktor ist laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) die mangelnde technische Unterstützung, die knapp die Hälfte der 6.400 befragten Arbeitnehmer moniert. Hilfe lässt oft lange auf sich warten, wenn die Software nicht funktioniert oder Heimarbeiter bei PC-Pannen in Warteschleifen festhängen. 44 Prozent kritisieren zudem, dass sie für den Umgang mit neuen technischen Geräten keine Schulungen vom Arbeitgeber erhalten haben.

Insgesamt hat laut "Tagesspiegel" jeder dritte Arbeitnehmer seit März 2020 "sehr häufig" von zu Hause aus gearbeitet, jeder zwölfte "oft". Die überwiegende Mehrheit der Befragten muss die durch Heimarbeit erhöhten Heiz- und Stromkosten vollständig selbst tragen, so der Report. Insgesamt empfindet fast ein Drittel von ihnen die Arbeit zu Hause als eine zusätzliche Belastung in Zeiten der Pandemie. Neben den technischen Anforderungen zeigten sich viele Befragte unzufrieden über das Arbeitsumfeld zu Hause, zum Beispiel, wenn es an einem Arbeitszimmer fehlt, was bei 43 Prozent der Befragten der Fall ist.  

Vieles noch ungeregelt
"Die Ergebnisse sind nicht nur die Bestandsaufnahme einer Ausnahmesituation, sie zeigen zugleich Anforderungen an die Gestaltung der Arbeit der Zukunft", sagt DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann über die Ergebnisse der Umfrage. Hier gibt es offenbar noch einiges zu tun: 36 Prozent der Heimarbeiter gaben an, bei ihrem Arbeitgeber gebe es keine betrieblichen Vereinbarungen zum Homeoffice. (fp)