Der Mannheimer Vermögensverwalter Performance IMC prüft derzeit eine Fusion mit dem Mitbewerber Gecam. Zudem "drängt" die Finanzaufsicht Bafin darauf, dass es einen Eigentümerwechsel bei dem Institut gibt, das über eine Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz (KWG) verfügt. Das berichtet Performance-IMC-Vorstand Armin Spöttl, der seit Jahresbeginn den Posten innehat, auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.

Hintergrund der Bemühungen sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim gegen zwei ehemalige Vorstände der Gesellschaft (FONDS professionell ONLINE berichtete ausführlich). Obwohl sich die Recherchen der Behörde nie gegen Performance IMC selbst gerichtet hätten, habe die Gesellschaft laut Spöttl einen großen Schaden erlitten: "Das von der Performance IMC verwaltete Kundenvermögen ist nun auf einen Wert unter 100 Millionen Euro gerutscht. Dies hat sich leider auch negativ auf unsere Mitarbeiter ausgewirkt", so der Vorstand.

Um das Überleben des Unternehmens zu sichern, habe man die Zahl der Beschäftigten um zwei Drittel reduzieren müssen. "Ein Teil davon hat uns von sich aus verlassen, einigen mussten wir aber auch leider aus betriebsbedingten Gründen kündigen."

"Unbelasteter Neustart" gewünscht
Eine Verschmelzung mit Gecam werde "intensiv" geprüft. Ob und wann der Zusammenschluss gelinge, sei jedoch noch offen, so Spöttl. "Die Verschmelzung mit Gecam soll uns die Chance eröffnen, mit neuer Kraft und unbelastet in die Zukunft starten. Wir sind sehr zuversichtlich, in einem interessanten Markt an die herausragenden Erfolge der beiden Vorgängerinstitute anschließen zu können", so Spöttl weiter, der zugleich auch die Gecam führt. Daher werde sich am Geschäftsmodell selbst nichts Wesentliches ändern.

Allerdings hat der neue Chef die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen und rechtlichen Vorschriften zur Top-Priorität erhoben und alle Mitarbeiter von Performance IMC nochmals explizit und strikt auf die Compliance-Vorgaben verpflichtet. Bei der Gecam werde das schon lange so praktiziert.

Neuer Hauptinvestor vor der Tür
Zudem soll ein neuer Hauptinvestor an Bord geholt werden und einen der ehemaligen Vorstände als Hauptgesellschafter ablösen. Das wünscht zum einen die Bafin, zum anderen sieht Spöttl selbst das als nötigen Schritt. Bei dem potenziellen Hauptinvestor handele es sich um einen Unternehmer aus dem Rhein-Neckar-Kreis. Näher wollte sich Spöttl nicht äußern, da das Inhaberkontrollverfahren der Bafin noch nicht abgeschlossen sei. (jb)