Im Vorstand der Deutsche Bank kursiert offenbar die Überlegung, das deutsche Privatkundengeschäft wieder in die Muttergesellschaft zu integrieren. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" und beruft sich auf mehrere, mit dem Sachverhalt vertraute Personen. Die Bank wollte sich der Zeitung gegenüber dazu nicht äußern.

Das deutsche Privatkundengeschäft läuft seit Jahren in einer eigenen Aktiengesellschaft und unter einer eigenen Banklizenz. Im vergangenen Jahr war die Postbank in diese Einheit integriert worden, die daraufhin in DB Privat- und Firmenkundenbank AG umbenannt worden war.

Aufwändige Doppelstruktur
Eine Eingliederung würde die Organisationsstruktur vereinfachen. Denn die gegenwärtige Konstruktion ist aufwendig und geht mit Doppelstrukturen einher, führt das "Handelsblatt" aus. Die Sparte hat einen eigenen Vorstand und einen eigenen Aufsichtsrat. Zudem sind das internationale Privatkundengeschäft sowie das Wealth Management der Mutter zugeordnet.

Das gebeutelte Geldhaus hatte Anfang Juli ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Das Investmentbanking wird eingedampft. Stattdessen konzentriert sich das Haus zukünftig auf das Geschäft mit Privat- sowie Firmenkunden. Dafür entsteht eine neue Einheit, die Unternehmensbank. Hinzu kommt nach den vergangenen Stellenstreichungen noch einmal ein herber Einschnitt: 18.000 Stellen sollen wegfallen. (ert)