Pools in Private-Equity-Hand: "Den Kern unseres Berufsstands schützen"
Guntram Schloß, der Vorstandschef von Apella, blickt im Gespräch mit FONDS professionell auf die Anfänge seines Maklerpools zurück, spricht über die Bedeutung des Investmentgeschäfts – und echauffiert sich darüber, wie Beteiligungsfirmen die Branche kapern.
Der Maklerpool Apella hat schon seit vielen Jahren einen festen Platz in den Maklerpool- und Haftungsdach-Tabellen von FONDS professionell. Kein Wunder, der Finanzdienstleister mit Sitz in Neubrandenburg an der Mecklenburgischen Seenplatte wurde bereits 1993 gegründet. Die Initialzündung kam von sieben Maklern, die das Ziel hatten, ihr Investmentgeschäft selbstständig und gleichberechtigt abzuwickeln – ohne Chef.
"Damals musste man sich selbst um die Vertriebsvereinbarungen mit den Fondsgesellschaften und um die Abwicklung kümmern. Das ist uns nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelungen, zu diesem Zweck bauten wir eine Abwicklungsplattform auf. Um die habe ich mich dann gekümmert, und aus diesem internen Service ist schließlich Apella als Maklerverbund entstanden", berichtet Guntram Schloß, einer der Gründer und bis heute Vorstand von Apella, im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in Ausgabe 2/2026 erschienen ist.
Deutlich mehr Versicherungsgeschäft
Über die Jahre entwickelte sich die Gesellschaft zum Allfinanzpool. Seit Anfang des neuen Jahrtausends wurden Versicherungen immer wichtiger, mittlerweile sorgen sie für 90 Prozent des Umsatzes. Auch die Zahl der Partner mit einer Erlaubnis für die Versicherungsvermittlung gemäß Paragraf 34d Gewerbeordnung (GewO) übersteigt mit rund 3.900 die Zahl der Finanzanlagenvermittler mit 34f-Erlaubnis (gut 550) deutlich.
"Dass unser Investmentbereich im Vergleich zu anderen Segmenten noch Raum für Wachstum lässt, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Frage der Sichtbarkeit", sagt Schloß. "Der Investmentbereich ist kontinuierlich gewachsen und nie geschrumpft, doch wir verzichten bewusst auf den lauten Marketingstil einiger Mitbewerber", so der Apella-Chef. Doch nun sei es an der Zeit, seine Stimme zu erheben.
"Karawanenkapitalismus"
"Während Private-Equity-Investoren mit massiver Kapitalgewalt in unsere Branche drängen und Pools sowie Maklerhäuser aufkaufen, steht weit mehr auf dem Spiel als nur Marktanteile: Es geht darum, den Kern unseres Berufsstandes – unsere Unabhängigkeit – gegen eine Entwicklung zu schützen, die ich als 'Karawanenkapitalismus' begreife. Ein System, das Werte extrahiert, statt sie nachhaltig zu schaffen", so Schloß. (jb)
Einige weitere ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Guntram Schloß haben wir in der Bilderstrecke oben zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 268. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.













