Die Deutsche Bank möchte 2021 rund 50 Postbank-Filialen schließen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf mehrere mit dem Sachverhalt vertraute Personen. Das Management des Instituts würde dem Bericht zufolge sogar noch mehr Zweigstellen der "gelben Bank" zumachen, die seit 2010 Teil der Deutschen Bank ist und nur als Marke weiter existiert. Das verhindere aber ein Vertrag mit der Deutschen Post. Sowohl diese als auch das das Geldhaus haben die Angelegenheit gegenüber der Wirtschaftszeitung nicht kommentiert.

Auch nach der Übernahme der Postbank vor zehn Jahren kooperieren die Post und die Deutsche Bank weiter. In dem Vertrag, der das größte deutsche Geldhaus nun ausbremst, ist der Wirtschaftszeitung zufolge festgelegt, dass sie jedes Jahr maximal 50 Filialen der Postbank schließen darf. Das habe die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren auch in den meisten Fällen voll ausgeschöpft.

Geringe Erfolgschancen
Dem Handelsblatt zufolge führe das Kreditinstitut nun Gespräche, um 2021 mehr als 50 Filialen schließen zu dürfen. Die Erfolgschancen würden allerdings als gering eingestuft. Solche Vorstöße habe es auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben, ohne dass sich beide Seiten auf Änderungen der Verträge hätten einigen können.

Die Schließungen bei der Postbank ergänzen die vor kurzem von dem "blauen Institut" angekündigten Kürzungen im Netz der Deutsche-Bank-Filialen. Zeitnah sollen etwa 100 der noch 511 Standorte schließen. Das Geldhaus strebe den Abbau "so schnell wie möglich" an und spreche darüber gerade mit den Sozialpartnern. Der Grund für die Schließungen sind die Kosten im Privatkundenbereich des Instituts.

Effektivere Verzahnung
Das Kreditinstitut will laut der Wirtschaftszeitung das Filialnetz seiner beider Privatkundenmarken untereinander effektiver verzahnen. So sollen Kunden der Deutschen Bank auch den Selbstbedienungsbereich von Postbank-Filialen nutzen können, etwa um Kontoauszüge zu ziehen. Gemeinsame Filialen von Deutscher Bank und Postbank erachten die Verantwortlichen aber nicht für sinnvoll. (jb)