Für Verbraucher sind die aktuellen Entwicklungen wenig erfreulich. Immer mehr Banken verlangen Negativzinsen von Neu- sowie Bestandskunden, die ihre Einlagen dort unterbringen wollen. Nun hat die Deutsche Bank verkündet, für die bei ihrer Marke Postbank gelagerten Guthaben sämtliche Freibeträge für "Verwahrentgelte" ab Mitte Juni zu senken, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Alle Privatkunden, die ein neues Konto bei der Postbank eröffnen, müssen dann schon ab einem Guthaben von 50.000 Euro auf Girokonten und 25.000 Euro auf Tagesgeldkonten minus 0,5 Prozent Zinsen zahlen. Die Deutsche Bank und einige andere Geschäftsbanken übertragen so die negativen Zinsen, die ihnen seit 2015 auf ihre eigenen Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) berechnet werden, auf ihre Kunden.

Bislang hatte die Deutsche Bank von ihren Privatkunden erst ab einem Vermögen von 100.000 Euro "Strafzinsen" verlangt.  Auch die Commerzbank plant, ab dem 01. August dieses Jahres Guthabengebühren in Höhe von 0,5 Prozent ab 50.000 Euro zu erheben. Bislang lag auch bei der Commerzbank der branchenübliche Freibetrag bei 100.000 Euro. Im Gegensatz zur Deutschen Bank will die Commerzbank diese Regel auch für Bestandskunden durchsetzen, die seit Mitte 2020 bei dem Institut ein Konto haben. Dem Beispiel von Postbank und Commerzbank könnten bald weitere Geschäftsbanken folgen. 

Höhere Gebühren, weniger Filialen
Die Postbank hatte zunächst versucht, den Negativzins an 2.000 Privatkunden mit mehr als einer Million Euro Guthaben weiterzugeben. 40 Prozent sollen die entsprechenden Benachrichtigungen klaglos akzeptiert haben, berichtet die FAZ. Dann nahm man sich die Kunden mit Einlagen zwischen 100.000 und einer Million Euro vor. Gleichzeitig will die Deutsche Bank mehr Postbank-Filialen schließen als sie ursprünglich vorgesehen hatte. Derzeit führt das Kreditinstitut deswegen Verhandlungen mit der Deutschen Post. (fp)