Das Landgericht München hat die Erbin eines verstorbenen Geschäftsführers des insolventen Containervermittlers P&R zu Schadensersatz verurteilt. Als Rechtsnachfolgerin soll sie knapp 100.000 Euro an Anleger zahlen, berichtet das "Handelsblatt". Vertreten wurden die geprellten Investoren von der Kanzlei Schiller & Gloistein aus Bremen. Insgesamt sollen die Anwälte in vier Verfahren erfolgreich gewesen sein.

Auch gegen den letzten Geschäftsführer vor Beginn des Insolvenzprozesses, Martin Ebben, fällte das Landgericht München II ein Urteil. Er soll Schadensersatz in Höhe von 35.000 Euro an drei Investoren bezahlen. Ebben führte P&R wenige Monate vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Ebbens Anwältin und der Anwalt der Erbin kündigten an, in Berufung zu gehen. Beide möchten sich zu "laufenden Verfahren" nicht äußern, berichtet die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung.

Starke Gegner
Die P&R-Pleite ist einer der größten Anlageskandale der deutschen Geschichte. Als Schlüsselfigur gilt zwar der Gründer Heinz R. Ohne Mitwirkung der Geschäftsführer hätte er das mutmaßlich betrügerische Konstrukt aber niemals über Jahre aufrechterhalten können, argumentieren die Anwälte. Ob die Kanzlei das Geld am Ende tatsächlich eintreiben kann, sei schwer vorherzusagen, schreibt das Handelsblatt. Mit dem Insolvenzverwalter Michael Jaffé hätten sie einen starken Konkurrenten, der so viele Vermögenswerte wie möglich für die Insolvenzmasse sichern muss. (fp)