Das Geschäft der Frankfurter Bankgesellschaft, die in Kooperation mit den Sparkassen Private-Banking-Dienstleistungen anbietet, floriert: Im vergangenen Jahr konnte die Helaba-Tochter ihr Anlagevolumen um gut 35 Prozent auf 12,4 Milliarden Schweizer Franken (11,5 Milliarden Euro) steigern. Weil die Frankfurter Bankgesellschaft ihren Sitz in Zürich hat, rechnet sie in der eidgenössischen Währung.

Auch in diesem Jahr gab es trotz Corona-Krise bislang Mittelzuflüsse von fast einer Milliarde Franken, berichtete Holger Mai, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, auf der Bilanzpressekonferenz des Instituts. Im Gesamtjahr 2020 möchte die Bank 1,5 bis 2,0 Milliarden Franken einwerben.

Kooperation mit 266 Sparkassen
Die Frankfurter Bankgesellschaft kooperiert mit Sparkassen vor Ort, die ihr wohlhabende Kunden zuführen und dafür einen Teil der Verwaltungsvergütung erhalten. 2019 waren das in Summe 17,5 Millionen Franken, 35,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Derzeit kooperiert die Bank mit 266 der rund 380 regionalen Sparkassen. Allein im vergangenen Jahr konnte das Institut 13 zusätzliche Sparkassen als Partner gewinnen, seit Beginn dieses Jahres kamen sieben weitere hinzu.

Kunden mit mehr als einer Million Euro liquidem Vermögen betreut die Frankfurter Bankgesellschaft direkt. Für das Kundensegment darunter bietet die Helaba-Tochter die "Vermögensverwaltung für Sparkassen" (VVS) an. Dabei handelt es sich um ein White-Label-Modell, mit dem die Sparkassen ihren Kunden eine eigene Finanzportfolioverwaltung offerieren können. Ende vergangenen Jahres nutzten 29 Sparkassen dieses Angebot. Die verwalteten Kundenmittel lagen bei 755 Millionen Euro und haben sich damit binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt. Bis Ende April dieses Jahres wurden neun weitere Sparkasse an das VVS-System angebunden.

Ein "handwerklicher Fehler" kostet mehr als eine Million Franken
Allerdings lief bei der Zürcher Privatbank im vergangenen Jahr nicht alles rund: Im Rahmen einer Absicherungsstrategie kam es zu einem "internen Transaktionsschaden" von 1,12 Millionen Franken. Bei einer Order sei eine Verwechslung passiert, sagte Mai laut Nachrichtenagentur Bloomberg bei der Bilanzpressekonferenz. "Das war ein handwerklicher Fehler, den wir in der Vermögensverwaltung auf unsere Kappe genommen haben." Details nannte er nicht. Mai betonte, Vergleichbares sei in der Geschichte der Bank noch nicht vorgekommen. Der Fehler trug dazu bei, dass der Jahresgewinn der Gruppe 2019 um ein gutes Viertel auf 2,09 Millionen Franken sank. (bm)