Die Frankfurter Bankgesellschaft setzt ihre Expansion fort: Am 1. Juli wird die Tochtergesellschaft der Helaba eine Niederlassung in Hamburg eröffnen. "Auf rund 600 Quadratmetern und zwei Etagen werden künftig 13 bis 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Gebäude Neuer Wall 30 arbeiten", heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts.

Hamburg wird damit der fünfte Standort der Frankfurter Bankgesellschaft. Das Institut hat seinen Sitz in Zürich und eine Tochterbank in Frankfurt. Im vergangenen Jahr wurden eine Niederlassung in Düsseldorf und ein Büro in München eröffnet.

Kooperation mit mehr als 250 Sparkassen
Die Frankfurter Bankgesellschaft gilt als "Privatbank der Sparkassen". "Wir schließen strategisch eine Betreuungslücke im Angebot der Sparkassen", hatte Vorstandschef Holger Mai im März im Interview mit FONDS professionell erläutert. "Die Sparkassen können fast alles, vom Girokonto über das Bausparen und die Lebensversicherung bis hin zur Firmenfinanzierung. Einige bieten auch Private Banking, aber nicht alle. Genau an diese Institute richten wir uns: Wir akquirieren gemeinsam mit ihnen Kunden, die sie alleine nicht gewinnen können", so Mai.

Das Institut kooperiert mit mittlerweile mehr als 250 Sparkassen. Die Zahl der betreuten Kunden, die allesamt mindestens eine Million Euro bei der Bank angelegt haben, beläuft sich Mai zufolge auf rund 5000. Empfiehlt eine Sparkasse einen Kunden an die Frankfurter Bankgesellschaft, reicht die Bank 50 Prozent der Erträge mit diesem Mandanten an die Sparkasse weiter.

Neue Niederlassungen aus "logistischen Gründen"
Die Eröffnung neuer Standorte sei der Expansion geschuldet, sagte Mai im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in Ausgabe 1/2019 erschienen ist. "Ein Berater kann höchstens vier Sparkassen sinnvoll betreuen. Sonst ist er zu selten vor Ort, um genügend Termine wahrnehmen zu können, damit sich das Geschäft für alle Seiten lohnt."

Würden alle Berater in Zürich oder Frankfurt sitzen, wäre das in vielen Fällen mit einer zu hohen Reisezeit verbunden, so Mai. Darum habe es schon aus "logistischen Gründen" Sinn ergeben, weitere Niederlassungen zu gründen. "Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es rund 100 Sparkassen, die wir nun von Düsseldorf aus betreuen. Die meisten Sparkassen im Süden werden von Zürich und München aus bedient, von Frankfurt decken wir die Mitte Deutschlands ab, von Hamburg künftig den Norden." Derzeit bestünden Kooperationsverträge mit rund 40 Sparkassen in Norddeutschland, heißt es in der Pressemitteilung der Bank. (bm)