Die Frankfurter Bankgesellschaft blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück. Nach eigenen Angaben warb die Helaba-Tochter mit Sitz in Zürich im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Schweizer Franken (etwa 1,8 Milliarden Euro) ein. Ende Dezember betreute das Haus, das sich selbst als "Privatbank der Sparkassen" bezeichnet, 9,2 Milliarden Franken – das ist ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Institut, das in seiner jetzigen Form seit acht Jahren besteht, verfolgt ein wohl einmaliges Geschäftsmodell: Kooperierende Sparkassen bahnen den Kontakt zu vermögenden Kunden an, die bei der Frankfurter Bankgesellschaft eine Vermögensverwaltung abschließen oder andere Wealth-Management-Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Wichtigste Zielgruppe sind Unternehmer, die zwar ihr Firmenkonto bei der Sparkasse vor Ort führen, ihr Privatvermögen bislang aber von anderen Banken betreuen lassen. "Wir schließen strategisch eine Betreuungslücke im Angebot der Sparkassen", sagte Vorstandschef Holger Mai im März im Interview mit FONDS professionell.

Mittlerweile kooperiert die Frankfurter Bankgesellschaft mit 251 Sparkassen (Vorjahr: 239 Sparkassen), was einer Marktabdeckung von 65,6 Prozent entspricht. Das Institut reicht die Hälfte der Erträge, die sie mit ihren Kunden erzielt, an die Sparkassen weiter. Im vergangenen Jahr waren das in Summe 12,9 Millionen Franken, fast drei Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

White-Label-Angebot kommt bei Sparkassen gut an
Als Erfolg wertet Mai zudem das White-Label-Angebot "Vermögensverwaltung für Sparkassen" (VVS), mit dem die Frankfurter Bankgesellschaft es den Sparkassen vor Ort erlaubt, eine eigene Vermögensverwaltung in ihren Depots zu offerieren. Ende 2018 nutzten 18 Sparkassen diese Möglichkeit. Damals lag das Gesamtanlagevolumen der VVS-Portfolios dem Institut zufolge bei rund 350 Millionen Euro, mittlerweile sind es schon etwa 500 Millionen Euro. Bis zum Jahresende sollen mehr als 30 Sparkassen an das VVS-Modell angebunden sein.

Auch mit Blick auf das Gesamtgeschäft ist das Jahr 2019 bei der Frankfurter Bankgesellschaft offensichtlich gut angelaufen: Das Anlagevolumen stieg im ersten Quartal um gut eine Milliarde Franken. In diesem Jahr sollen unter dem Strich 1,5 bis 2,0 Milliarden Franken neues Geld eingeworben und Kooperationsverträge mit weiteren 15 Sparkassen geschlossen werden.

Neue Niederlassung in Hamburg
Das Institut expandiert auch räumlich: Im ersten Quartal 2018 eröffnete die Frankfurter Bankgesellschaft eine Niederlassung mit aktuell 20 Mitarbeitern in Düsseldorf, später folgte ein Büro mit drei Kollegen in München. Am 1. Juli soll eine weitere Niederlassung in Hamburg mit 13 Mitarbeitern den Betrieb aufnehmen (FONDS professionell ONLINE berichtete). (bm)