Die Fürst Fugger Privatbank öffnet ihre Vermögensverwaltung für andere Banken und deren Kunden. Das Augsburger Institut hat ein Kooperationsmodell entwickelt. Damit ermöglicht das Geldhaus kleineren und mittleren Banken Zugang zu seiner Vermögensverwaltung. Ein seit Jahresbeginn laufendes Pilotprojekt sei erfolgreich abgeschlossen worden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Zusammenarbeit ermögliche es den Beraterinnen und Beratern der jeweiligen Banken, ihren Kunden die Vermögensverwaltung der Privatbank anzubieten. Fürst Fugger stelle den Kooperationshäusern ihre digitalen Beratungs- und Onboarding-Instrumente für eine rechtssichere Anlageberatung zur Verfügung. Auf diese Weise sei gewährleistet, dass Kunden und Berater der Partnerbank jederzeit Einsicht in die Depots haben. Der bisherige Berater bleibe aber alleiniger Ansprechpartner des Kunden.

Modell macht Schule
Die erste Partnerbank war die VR-Bank, eine Genossenschaftsbank aus dem Rheinland. "Bereits im Verlauf des Pilotprojekts hat sich großes Interesse an unserem Kooperationsmodell abgezeichnet", berichtet Martin Fritz, Vorstandsvorsitzender der Fürst Fugger Privatbank. "Mittlerweile liegen uns Anfragen weiterer Banken vor, die ihren Kunden gerne unsere Vermögensverwaltungslösungen anbieten wollen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Beispiel auch bei anderen Banken Schule machen wird."

Tatsächlich ist die Fürst Fugger ist nicht das erste Geldhaus, das dieses Modell initiierte. Auch die benachbarte Augsburger Aktienbank öffnete vor mehr als einem Jahr ihre Vermögensverwaltung für Drittinstitute. Der Umbau eines Geschäftsmodells von der Zinslastigkeit hin zu mehr Provisionsgeschäft verlange neben einer entsprechenden technisch-organisatorischen Infrastruktur auch Mitarbeiter mit dem nötigen Know-how, erläutert die Fugger-Bank den Schritt. Gerade kleinere und mittlere Institute würden jedoch meist nicht über solche Ressourcen verfügen. Die Alternativen seien hohe Investitionen  – oder eben Partnerschaften einzugehen. (ert)