Die Private-Equity-Firma CVC Capital Partners will offenbar das globale Business rund um den Tennissport konsolidieren, berichtet die Schweizer "Handelszeitung" unter Berufung auf diverse britische Medien. CVC wolle mit der Gründung einer Holding die Vermarktungs- und Datenrechte sowohl des Männer-Auswahlturniers ATP als auch der Frauen-Tour WTA zusammenführen. Beide Tennisorganisationen würden zwar weiter bestehen, sollen sich künftig jedoch nur noch um direkte sportliche Belange kümmern. Laut Branchenkennern wird der Unternehmenswert des Projekts "One Tennis" auf rund vier Milliarden US-Dollar geschätzt – CVC wäre mit 15 Prozent daran beteiligt. Mit "One Tennis" soll neben den vier Major-Turnieren weitere Veranstaltungen aufgezogen werden könnten, bei denen die Tennis-Elite von Frauen und Männern gleichzeitig an einem Ort auftreten.

Das in Luxemburg angesiedelte Unternehmen ist bereits indirekt an der Formel-1-Organisation beteiligt und hält seit Kurzem einen 14-Prozent-Anteil am Rugby-Turnier "Six Nations". Zudem ist CVC seit Jahresbeginn Partnerin der International Volleyball Federation FIVB und will damit die weltweite Popularität dieser Sportart steigern. "Die jüngste Strategie von CVC bestand darin, Minderheitsbeteiligungen an führenden Wettbewerben zu erwerben", schreibt die "Financial Times". "Damit will man die kommerzielle Auswertung von Sportligen und -turnieren übernehmen und Pakete von Rechten schnüren, um sie weltweit zu verkaufen."

Laut Berichten wollte CVC gemeinsam mit zwei anderen Gesellschaften Ende des vergangenen Jahres auch die italienische Fussballliga Serie A übernehmen. Allerdings scheiterte das Projekt am Widerstand von sieben Clubs – darunter Inter Mailand, Juventus Turin und Lazio Rom. (mb)