Union Investment hat für das erste Halbjahr ein Nettomittelaufkommen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro verzeichnet. Der Kursverfall an den Märkten im Zuge der Covid-19-Pandemie versetzte damit dem zentralen Fondsanbieter der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken zwar einen Dämpfer. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Haus noch Neugeld in Höhe von neun Milliarden Euro eingesammelt. Dennoch zeigt sich das Geschäft relativ robust. Das verwaltete Vermögen kletterte um gut zehn Milliarden auf 359,8 Milliarden Euro.

"Der Lockdown spiegelt sich in der Entwicklung der Assets under Management und dem Neugeschäft im Vergleich zu den Vorjahren wider. Wir sind jedoch insbesondere wegen des starken Privatkundengeschäfts gut durch diese schwierige Phase gekommen", kommentiert Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, einer Mitteilung zufolge die Ergebnisse.

Tragende Säule
Das Privatkundengeschäft habe sich als tragende Säule des Neugeschäfts erwiesen. Mit 3,7 Milliarden Euro an Nettozuflüssen sei das Neugeschäft fast so stark wie im Vorjahreszeitraum mit 4,1 Milliarden Euro gewesen, heißt es weiter. Im institutionellen Geschäft hingegen verzeichnete die Gesellschaft unter dem Strich nur geringe Mittelzuflüsse in Höhe von 600 Millionen Euro.

Rückflüsse seien insbesondere bei Rentenkurzläufern durch Kunden zu verzeichnen gewesen, die krisenbedingt einen erhöhten Liquiditätsbedarf hatten, heißt es in der Mitteilung.

Vertrauen ungebrochen
Kassenschlager im Privatkundengeschäft waren einmal mehr die Fondssparpläne. Selbst auf dem Höhepunkt der Corona-Wirren im März schlossen Sparer weitere Verträge ab. Im ersten Halbjahr 232.000 Sparverträge kamen unter dem Strich hinzu. Das waren deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum mit 183.000. "Anders als in der Finanzkrise ist das Vertrauen in die Fondsanlage ungebrochen", meint Reinke. Mit den klassischen Sparplänen, den Riester-Sparplänen und dem VL-Sparen verwaltet Union Investment nunmehr 5,4 Millionen Fondssparpläne.

Großen Zuspruch erfuhren auch nachhaltige Fonds. Jeder zweite Euro des Neugeschäfts floss im ersten Halbjahr 2020 in entsprechende Vehikel, berichtet das Haus. Das Volumen nachhaltiger Strategien im Privatkundengeschäft kletterte gegenüber dem Vorjahr von fünf auf 9,2 Milliarden Euro. "Das Thema Nachhaltigkeit ist endgültig auch bei Privatkunden angekommen", kommentiert Reinke. (ert)