ETFs auf globale Aktienindizes wie den MSCI World sind das mit Abstand beliebteste Anlageprodukt bei Selbstentscheidern. Diesen Schluss lassen die Ergebnisse einer Auswertung anonymisierter Kundendepots zu, die die ING Deutschland veröffentlicht hat.

Demnach bilden vier der fünf beliebtesten ETFs der männlichen ING-Kunden einen weltweiten Aktienindex nach. Das gilt sowohl mit Blick auf den Depotbestand als auch hinsichtlich der zuletzt ausgeführten Kauf-Orders. Bei den ING-Kundinnen handelt es sich sogar bei allen fünf beliebtesten Investmentprodukten um World-ETFs. Eine im Jahr 2022 vorgenommene Analyse der ING war zu fast identischen Ergebnissen gekommen.

"Mehr Aufklärung nötig"
"Mit Blick auf die Übergewichtung der USA in diesen Produkten zeigt die Fokussierung auf World-ETFs, dass hier noch Konzentrationsrisiken in den Portfolios herrschen und mehr Aufklärung zur Diversifizierung der Geldanlage in Deutschland nötig ist", teilt die ING mit. Zum Hintergrund: Im bekanntesten Weltaktienindex, dem MSCI World, haben US-Unternehmen aktuell eine Gewichtung von mehr als 70 Prozent.

"Grundsätzlich machen die Zahlen der Auswertung jedoch Mut und unterstreichen, dass die Kapitalanlage in Deutschland gerade über ETFs immer stärker an Beliebtheit gewinnt und das Thema Altersvorsorge – besonders bei Jüngeren und bei Frauen – zunehmend ernst genommen wird", so die ING.

"Eine der beliebtesten Formen der Geldanlage"
Diese Aussage bezieht sich auf weitere Ergebnisse der Depotanalyse. Demnach ist die Zahl der aktiven ETF-Anleger unter den ING-Kunden – gemessen an Käufen im ersten Quartal – seit 2022 von 629.000 auf 1,3 Millionen gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt. Parallel dazu habe die Zahl der Kundinnen und Kunden mit mindestens einem ETF im Depot von 922.000 auf 1,8 Millionen zugelegt.

"Das zeigt, dass ETFs sich in letzten Jahren zu einer der beliebtesten Formen der Geldanlage und dem langfristigen Vermögensaufbau entwickelt haben", erläutert Thomas Dwornitzak, Leiter der Investment-Sparte bei der ING in Frankfurt.

Auch viele Kinder investieren schon eifrig
Besonders deutlich zeige sich das Wachstum bei den ING-Kundinnen: Die Zahl der aktiven ETF-Anlegerinnen ist im Betrachtungszeitraum von 245.000 auf 581.000 gestiegen – ein Zuwachs um 137 Prozent. Bei den männlichen Kunden gab es einen Anstieg von "nur" 96 Prozent auf 755.000. "Damit haben Frauen gegenüber Männern erheblich aufgeholt", so die Direktbank.

Erfreulich sei zudem, dass auch die jüngsten Kunden, die unter 18-Jährigen, bereits häufig über ETFs investierten. Seit 2022 hat sich die Zahl der ETF-Anleger dieser Altersgruppe bei der ING von rund 55.000 auf über 221.000 in etwa vervierfacht. (bm)