Produktivitätstheater: Mit diesen Tricks wirken Sie immer beschäftigt
Viel arbeiten oder nur besonders beschäftigt wirken? In einer globalen Strategieberatung kamen manche mit geschickt inszenierter Dauerpräsenz ebenso gut an wie echte Vielarbeiter – obwohl sie ihre Arbeitszeit unauffällig reduzierten.
Viel arbeiten? Muss nicht immer sein – zumindest solange der Eindruck stimmt. Eine vielzitierte Studie der Organisationsforscherin Erin Reid zeigt, wie Beschäftigte die Erwartungen einer ausgeprägten Präsenzkultur unterlaufen können, ohne berufliche Nachteile zu erleiden.
Für ihre Untersuchung wertete Reid 115 Interviews sowie Leistungsbeurteilungen und Fluktuationsdaten aus den US-Niederlassungen einer globalen Strategieberatung aus. Rund 31 Prozent der untersuchten Männer traten nach außen als ständig verfügbare "Idealbeschäftigte" auf, obwohl sie ihre Arbeitszeit oder Reisetätigkeit unauffällig reduzierten. Bei den Frauen lag dieser Anteil bei elf Prozent.
Gute Leistung zählt – offene Abgrenzung wird bestraft
Dabei ging es nicht unbedingt darum, schlechte Leistungen zu kaschieren. Die Betreffenden erledigten ihre Aufgaben, wichen aber unter dem Radar von der Erwartung ab, jederzeit verfügbar zu sein und 60 bis 80 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dennoch wurden sie ähnlich positiv beurteilt wie Kollegen, die das verlangte Arbeitspensum tatsächlich erfüllten.
Wer dagegen offen um weniger Reisen, flexiblere Arbeitszeiten oder eine geringere Belastung bat, musste in dem untersuchten Unternehmen eher mit Nachteilen rechnen. Die Ergebnisse stammen allerdings nur aus einer Beratung und lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf andere Unternehmen oder Branchen übertragen.
Was heute häufig als "Task Masking" oder "Productivity Theater" bezeichnet wird, hat also eine längere Vorgeschichte. Das IT-Wirtschaftsmagazin "CIO" hat zwölf augenzwinkernde Strategien zusammengestellt, mit denen sich maximale Geschäftigkeit demonstrieren lässt – klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke. (mb)













