Kaum zwei Wochen ist es her, da sah es noch so aus, als wäre die lang geplante Fusion der beiden Sparkassen-Versicherer Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest auf die Zielgrade gegangen. Nun gibt es offenbar eine neue Hürde, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet: die unterschiedlichen Bewertungen der beiden Versicherer.

Die Zeitung schreibt, beide Seiten hätten immer eine "Fusion unter Gleichen" gewollt. Die drei Eigentümer der Provinzial Rheinland – der Rheinische Sparkassen- und Giroverband, der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) – wollen daher gemeinsam 50 Prozent an dem neuen Versicherer halten. Doch die Bewertungen durch Experten haben der SZ zufolge ergeben, dass die Relation eher bei 57 Prozent für die Provinzial Nordwest und 43 Prozent für die Provinzial Rheinland liegen werde. 

Lösung Aktienrückkauf? 
Nun werde fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Nach dem Bericht der SZ sei ein möglicher Weg, dass die Provinzial Nordwest einen Teil ihrer Aktien von den Eignern zurückkauft, um die Bewertungen anzugleichen. Die Rede sei von einer Kaufsumme zwischen 150 Millionen Euro und 400 Millionen Euro. 

Das wiederum missfällt den Mitarbeitern und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: "Ich kann nicht bestätigen, dass es dieses Vorhaben gibt", zitiert die SZ Frank Fassin von Verdi. "Aber wenn das stimmen sollte, sähen wir das sehr kritisch." Schließlich handele es sich auch um Versichertengelder. Die Arbeitnehmerseite weist daraufhin, dass mit dem Aktienrückkauf die Kapitalbasis der Provinzial Nordwest im aktuellen Niedrigzinsumfeld geschwächt würde. (jb)