Check24 droht offenbar eine Niederlage vor Gericht. Das Unternehmen könnte nach Einschätzung des Landgerichts München I mit seinen "Jubiläumsdeals" im vergangenen Jahr gegen das seit 2018 geltende Provisionsabgabeverbot beim Verkauf von Versicherungen verstoßen haben, berichtet die Nachrichtenagentur "dpa".

Das Gericht sehe den Sachverhalt "eher kritisch", sagte die Vorsitzende Richterin Isolde Hannamann laut dpa bei der mündlichen Verhandlung am Dienstag (26. November). Kläger ist der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK), der sich mit dem Online-Riesen aus München schon mehrfach vor Gericht gestritten hatte – eine langjährige Auseinandersetzung  über die gesetzkonforme Beratung von Check24 etwa wurde im April 2017 entschieden. Das Urteil im aktuellen Streit soll am 4. Februar 2020 verkündet werden. 

Rückvergütungen über Check24-Konzern
Der BVK nimmt Anstoß daran, dass das Versicherungsvergleichsportal im Herbst vergangenen Jahres Kunden folgendes Angebot gemacht hatte: Wer zwischen dem 20. September und dem 10. Oktober 2018 über einen bei Check24 gelisteten Versicherer eine Police für Privathaftpflicht, Hausrat, Unfall, Krankenhauszusatz, Zahnzusatz, Rechtsschutz, Risikoleben oder Kfz abschlossen hatte, erhielt je nach Art der Vertrages einen Betrag in Höhe von bis zu einer Jahresprämie gutgeschrieben.

Kunden, die an der Aktion teilnahmen, wurde der Betrag aber nicht von den jeweiligen Check24-Maklern wie der Check24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH erstattet, sondern von der Konzernmutter Check24 GmbH. Zudem wird die Prämie nicht für den Abschluss einer Versicherung gezahlt, sondern für die Eröffnung eines Kundenkontos bei Check24 – jetzt oder bereits in der Vergangenheit.

Umgehung des Provisionsabgabeverbotes?
Der Vermittlerverband sieht darin eine Umgehung des Provisionsabgabeverbotes und zog im Frühjahr dieses Jahres vor Gericht. Check24 sieht die Angelegenheit naturgemäß anders und hält dagegen, dass die Erstattung nicht über die Versicherungsvermittlung erfolgt sei – und damit auch kein Verstoß gegen das Rabattverbot vorliege. (jb)