Der digitale Vermögensverwalter Liqid, der unter anderem mit HQ Trust, dem Multi-Family-Office der Nachkommen des Industriellen Harald Quandt, kooperiert, hat nur acht Monate nach dem Start ein Anlagevolumen von 100 Millionen Euro erreicht. Dies berichtet das "Handelsblatt". Christian Schneider-Sickert, Vorstandsvorsitzender von Liqid, ist für die Zukunft der digitalen Vermögensverwaltung offenbar optimistisch gestimmt. In fünf bis sechs Jahren wolle er die Milliardenmarke knacken, schreibt das "Handelsblatt".

Derzeit ist der Münchner Robo Advisor Scalable mit einer Anlagesumme von rund 200 Millionen Euro der größte computergestützte Vermögensverwalter in Deutschland. Während Scalable sich auf Kunden mit einem durchschnittlichen Anlagebetrag von 40.000 Euro konzentriert und eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro vorsieht, richtet sich Liqid an eine eher wohlhabende Klientel. Die Einstiegshürde liegt hier bei 100.000 Euro. Doch weil Liqid seine Kundenbasis verbreitern möchte, solle das im Durchschnitt je Kunde verwaltete Vermögen sinken, schreibt das "Handelsblatt".

Auch Zugang zu Unternehmensbeteiligungen
Aktuell zählt der Berliner Vermögensverwalter rund 400 Kunden mit einem durchschnittlichen Anlagevermögen von 260.000 Euro. 65 Prozent daon verfügen über ein investierbares Vermögen von mehr als 500.000 Euro, 42 Prozent können gut eine Million Euro anlegen. Wer in der Lage ist, 250.000 Euro zu investieren, erhält über Liqid auch Zugang zu Private-Equity-Beteiligungen an Unternehmen.

Liqid ist seit Jahresbeginn Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV). Das Unternehmen ist nach Scalable Capital der zweite Robo-Advisor, der sich dem Vermögensverwalterverband angeschlossen hat. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im VuV ist eine Zulassung der Bafin zur Tätigkeit der Finanzportfolioverwaltung nach Paragraf 32 Kreditwesengesetz. Diese hat das Unternehmen im September 2016 erhalten. (am)