Zuerst war "Eberhard" da, ihm folgte "Franz", und nun ist "Gebhard" im Anmarsch und lässt Deutschland vor den Auswirkungen orkanartiger Windböen zittern. Auf Insurtechs wie Clark, Moneymeets und Simplesurance, über die Verbraucher online Versicherungen abschließen können, rollt dagegen "Wilhelm" zu: Dies ist kein Sturmtief, sondern der Online-Versicherungsmakler der genossenschaftlichen R+V Versicherung.

Neben elf Volks- und Raiffeisenbanken würden auch zwei PDS Banken "Wilhelm" derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes einsetzen, berichtet das "Handelsblatt". Das Besondere ist, dass der Makler nicht nur Policen der R+V, sondern auch von Rivalen bietet. Mit "Wilhelm" – der Name ist eine Referenz an den Sozialreformer und Gründer der Volksbanken, Friedrich Wilhelm Raiffeisen – wolle der Versicherer zum einen den oben genannten Insurtechs "Paroli bieten". Zugleich solle aber auch deren Wissen genutzt werden, denn technischer Partner ist ausgerechnet Clark. Das Frankfurter Start-up stellt die Software zur Verfügung, die Auswahl der Policen übernimmt der genossenschaftliche Online-Makler selbst.

Die R+V hatte laut der Wirtschaftszeitung schon vor knapp zwei Jahren angekündigt, den Start-ups das Feld nicht kampflos überlassen zu wollen. Damals sagte R+V-Vorstandschef Norbert Rollinger, dass man die Insurtechs "notfalls kopieren werde". Daneben baut der Versicherer eine neue Plattform für den Online- und Offline-Vertrieb auf, über die aber nur eigene Produkte angeboten werden. (jb)