Ratings im Vergleich: Diese Lebensversicherer sind vorn
Der Herbst ist die Hochzeit für Bilanzratings der Versicherer. Nach Morgen & Morgen legten nun Map-Report und Ascore neue Ratings der deutschen Lebensversicherer vor. Berater finden für Neukunden dadurch noch ein paar mehr Perlen.
Das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hatte kürzlich sein Rating von Lebensversicherern vorgelegt. Insgesamt erhielten 15 Gesellschaften die Bestnote von fünf Sternen: Allianz, BL die Bayerische, DLVAG, Europa, Hannoversche, Hanse Merkur, Inter, Interrisk, LV 1871, Öffentliche Braunschweig, Swiss Life, Ergo Vorsorge, Universa, WGV und WWK (in alphabetischer Reihenfolge).
Nun legte der Brancheninformationsdienst Map-Report, der im Hause Franke und Bornberg erscheint, mit dem "Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2024" (Map-Report 941) nach. Wie auch bei M&M werden insgesamt 13 Kennzahlen bewertet. Die Ergebnisse wurden zusätzlich gewichtet und zu einem Ergebnis verdichtet. Hervorragend unter 54 Gesellschaften, die alle Bedingungen für das Rating erfüllten, schneiden diese sechs Anbieter in der genannten Reihenfolge ab: Lebensversicherung von 1871, Universa, Europa, Ergo Vorsorge, Hannoversche und Allianz. Elf weiteren Versicherern wurden sehr gute Leistungen bescheinigt.
Große Lebensversicherer kaum Spitze
Lediglich die Allianz konnte sich von den zehn größten Anbietern in der Spitzengruppe platzieren. "Die Branche steht unverändert unter Druck, wächst aber erstmals nach drei schwierigen Jahren wieder mit einem Plus von drei Prozent bei den Bruttobeitragseinnahmen", konstatiert Reinhard Klages, Analyst des Map-Reports. Zugleich blieben stille Lasten, Kosten und Storno im Fokus. Das Rating mache sichtbar, wer robust wächst, Reserven stärkt und Kundennutzen klar belegen kann – und genau da differenziere sich der Markt zunehmend.
Aktuell trieben die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung die Lohnnebenkosten, hohe und wachsende Staatsschulden forcierten den Steuerdruck. Zugleich verliere der Standort an Attraktivität. "Für Lebensversicherer heißt das: Private Vorsorge muss in einem Umfeld vermittelt werden, in dem vom Brutto weniger netto bleibt. Das erfordert eine transparente, auf Nutzen ausgerichtete Kommunikation", so Klages. Tarife müssten verständlich, fair kalkuliert und effizient sein. Und es müsse deutlich werden, dass zusätzliche Vorsorge keine Option, sondern Notwendigkeit ist.
Fondspolicen retten den Absatz
Das Neugeschäft nach eingelösten Versicherungsscheinen war bei allen LV-Produktgruppen geringer als im Vorjahr, berichtet der Map-Report. "Sonstige Lebensversicherungen", zu denen vor allem auch fondsgebundene Verträge zählen, waren erneut das Zugpferd im Vertrieb. Mit 1,519 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen wurden zwar rund 8.000 "sonstige Lebensversicherungen" weniger als 2023 vermittelt, dennoch war diese Produktlinie erneut die mit Abstand absatzstärkste. Der Neugeschäftsanteil betrug 35,6 Prozent (2023: 34,6 Prozent).
Anders als der Map-Report bewertet die Ascore Das Scoring GmbH die Lebensversicherer in einem Scoring-Modell: Zentrale Kennzahlen der Versicherer werden mit dem Markt verglichen. Für jedes erfüllte Kriterium werden halbe oder ganze Punkte vergeben, die ohne Gewichtung zum Gesamtergebnis addiert werden. Die Gesamtpunktzahl wird anschließend auf sechs Bewertungsklassen verteilt. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand. Insgesamt werden 40 Kennzahlen analysiert, von denen 16 direkt in die Bewertung einfließen.
Marginale Unterschiede
Ergebnis: Von 57 untersuchten Anbietern bekamen elf Versicherer die höchste Bewertung: Allianz, Axa, Baloise Deutschland, Continentale, Ergo Vorsorge, Europa, Hannoversche, LV 1871, Stuttgarter, Universa und Volkswohl Bund. Weitere 23 Lebensversicherer erhielten die zweitbeste Note.
Bei den meisten Kennzahlen gab es allenfalls geringfügige Veränderungen zu 2023. Die Ascore-Analysten attestieren bei Nettoverzinsung und laufender Durchschnittsverzinsung eine leicht positive Entwicklung um jeweils 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent nach oben. Zwischen den Analysehäusern gibt es wegen der leicht differierenden Teilnehmerzahlen nur marginale Unterschiede bei den Ergebnissen. So gibt M&M die Nettoverzinsung mit 2,3 Prozent für 2024 an, der Map-Report mit 2,84 Prozent im Schnitt der letzten fünf Jahre. (dpo)
Auf der Homepage von Ascore gibt es nur über Umwege eine kostenlose Ergebnisübersicht (externer Link). Auf der Website von Franke und Bornberg ist eine kostenlose Basis-Info zum Map-Report 941 verfügbar (externer Link); der vollständige Map-Report ist als E-Paper ab 495 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich (externer Link). Morgen & Morgen bietet das komplette Rating und die Rating-Methodik (externe Links).













