Etwa 50 Beamte der Kriminal- und Bereitschaftspolizei haben zu Wochenbeginn Räumlichkeiten der Lebacher Volksbank (Levo-Bank) in den saarländischen Ortschaften Lebach und Eppelborn durchsucht. "Hintergrund der Razzia ist ein Korruptionsverfahren gegen einen 66-Jährigen, der vor vier Wochen auf Mallorca festgenommen wurde, sich inzwischen aber wieder auf freiem Fuß befindet", berichtet der "Saarländische Rundfunk" auf seiner Internetseite.

Vier leitende Mitarbeiter der Bank würden verdächtigt, bei der Geldwäsche geholfen zu haben, darunter ehemalige Vorstandsmitglieder des Instituts. Sie sollen es unterlassen haben, trotz hoher Bargeldtransfers des Kunden Geldwäscheverdachtsanzeigen zu stellen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass das Kapital aus kriminellen Geschäften stammt. Der 66-Jährige stehe im Verdacht der Korruption, berichtet der Sender. Angeblich hat er Mitarbeiter der Dillinger Hütte bestochen, um lukrative Bauaufträge zu ergattern.

Bank kooperiert mit den Behörden
"Den möglicherweise entstandenen Eindruck, dass aktuelle Mitarbeiter der Levo-Bank an einer potenziellen Geldwäsche mit diesem Kunden beteiligt waren, weisen wir entschieden zurück", teilte das Institut mit. Man stehe wegen des verdächtigten Kunden bereits seit drei Jahren im engen Austausch mit den Behörden. Die Bank habe erneut ihre Kooperation angeboten, "da auch wir an einer schnellstmöglichen und vollumfänglichen Aufklärung interessiert sind".

Erst vergangene Woche hatte bei der Deutschen Bank eine Großrazzia stattgefunden (FONDS professionell ONLINE berichtete). Auch in diesem Fall geht es um den Verdacht, das Institut habe Kunden bei der Geldwäsche geholfen. (bm)