Reinke-Ära endet: Absatzerfolg, Immofonds und ein Quäntchen ETF
Union-Investment-Chef Hans Joachim Reinke stellt ein letztes Mal die Jahreszahlen des Fondsanbieters vor. Unter seiner Ägide ist das Haus zur Absatz- und Gewinnmaschine der Genossen geworden. Auch in Österreich legt der Anbieter zu. Doch Abzüge aus Immobilienfonds trüben die Bilanz.
Der Chef von Union Investment, Hans Joachim Reinke, beendet seine auslaufende Amtszeit mit weitgehend starken Jahreszahlen. So kletterte das verwaltete Vermögen auf ein Allzeithoch von 535 Milliarden Euro, wie das Haus bei der Präsentation der Jahreszahlen mitteilte. Der Nettoabsatz bezifferte sich auf 23,3 Milliarden Euro, davon entfielen 13,5 Milliarden Euro auf den Bereich Privatkunden und 9,8 Milliarden auf institutionelle Kunden. "Damit zählten wir auch 2025 zu den absatzstärksten Fondsgesellschaften in Deutschland", sagte Reinke bei der Pressekonferenz.
Das Betriebsergebnis blieb mit 1,185 Milliarden Euro leicht hinter dem Vorjahreswert von 1,241 Milliarden Euro zurück. Reinke übergibt zum 1. April das Steuer des zentralen Fondsanbieters der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken an André Haagmann, der seit 2022 Vorstandsmitglied ist. Seit Reinke 2010 die Führung übernommen hatte, konnte er das verwaltete Vermögen verdreifachen – gestützt auf den Vertrieb in den Genossenschaftsbanken.
Gewinnmaschine der Genossen
Zudem wuchs Union Investment zu einer Gewinnmaschine für die Finanzgruppe. Denn auch das Betriebsergebnis verdreifachte sich seit 2010. Allein für 2025 geht eine Dividende in Höhe von 365 Millionen Euro an den Hauptanteilseigner DZ Bank, das Zentralinstitut der deutschen Genossenschaftsbanken, wie Reinke bei der Präsentation der Jahreszahlen in Frankfurt sagte.
In Reinkes Ära fällt auch der Gang nach Österreich. Für das vergangene Jahr meldet Union Investment Austria einen Anstieg des verwalteten Vermögens auf 7,4 Milliarden Euro von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der Nettoabsatz legte demnach um 50 Prozent auf 640 Millionen Euro zu. Daneben unterhält der genossenschaftliche Fondsanbieter seit 2007 ein Joint Venture mit der Bank of East Asia aus Hongkong. Die beiden Partner betreiben das Gemeinschaftsunternehmen BEA Union Investment Management.
Abflüsse aus Immobilienfonds
Als ein Schatten der Ära bleibt jedoch das Thema offene Immobilienfonds. So musste der Uniimmo: Wohnen ZBI 2024 massiv abgewertet werden. Der Vorgang beschäftigt die Gerichte. Frank Engels, im Vorstand von Union Investment für das Portfoliomanagement verantwortlich, sprach bei der Pressekonferenz von "schlechtem Timing" bei der Auflage des Immobilienfonds, mitten in der Hochphase des Booms 2017. Daneben hätten Gewerbeimmobilienfonds des Hauses zu viel in den USA investiert. Beide Faktoren hätten sich im Nachhinein als Fehler erwiesen, räumte Engels ein.
Engels sprach zudem von einer "Vertrauenskrise bei Immobilienfonds". Diese sei eine verzögerte Reaktion "auf die Exzesse des Niedrigzinsumfelds", so Engels. Allein 2025 zogen Anleger 3,1 Milliarden Euro aus den Immobilienfonds von Union Investment ab. Im Vorjahr hatten sich die Abflüsse auf 1,3 Milliarden Euro beziffert. Engels betonte jedoch, dass die Zeichen am Immobilienmarkt auf eine Besserung hindeuten würden.
ETFs über Tochter
Das boomende Segment der börsengehandelten Fonds (ETFs) wiederum betrat Union Investment bislang nur durch die Hintertür. So legte die Tochter Quoniam Asset Management im Dezember 2025 aktive ETFs auf. Die Gesellschaft hat sich auf systematische, indexnahe Strategien spezialisiert. "Diese stellen eine sinnvolle Symbiose zwischen aktivem Management und ETFs dar", erläuterte Engels.
"Wir werden kein Anbieter passiver ETFs", betonte Reinke. Um dieses Geschäft wirtschaftlich betreiben zu können, sei ein großes Volumen erforderlich. Zudem sei Union Investment im Kern ein aktiver Manager. Der künftige Union-Investment-Chef Haagmann kündigte zwar an, dass sich das Haus mit "neuen Produkten und Kundengruppen" auseinandersetzen werde. Aber das Haus werde sich auf seinen Kern als aktiver Manager konzentrieren. (ert)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











