Das genossenschaftliche Bankhaus RSA wird in dieser Woche über eine Not-Fusion mit der Meine Volksbank Raiffeisenbank in Rosenheim abstimmen. Zuvor war das Portfolio notleidender Kredite beim Bankhaus RSA im oberbayerischen Rechtmehring auf ein Niveau gestiegen, das in der deutschen Bankenbranche ein absoluter Ausnahmefall ist.

Das sogenannte NPL-Portfolio umfasste zuletzt 446 Millionen Euro, was 36 Prozent des gesamten Kreditvolumens ausmacht, wie ein Sprecher der Bank gegenüber "Bloomberg News" erklärte. Vor diesem Hintergrund unterstütze die Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken die Bank mit einem Stabilisierungspaket im Wert von 112 Millionen Euro.

Bank sieht keine wirtschaftlich tragfähige Zukunft
"Die Analysen im Zusammenhang mit dem Sanierungskonzept zeigen, dass eine Fortführung des Bankhauses RSA in der bisherigen Form in keinem Szenario wirtschaftlich tragfähig ist", erklärte das Institut im vergangenen Monat in einem Schreiben an Mitglieder. Über mehrere Jahre hinweg sei das Bankhaus sehr stark gewachsen. Dies sei jedoch strukturell nicht ausgewogen und nicht ausreichend durch Eigenkapital, Ertragskraft, Risikotragfähigkeit und Organisation abgesichert gewesen.

"In den vergangenen Jahren wurde nicht genügend Ergebnis erwirtschaftet, um das starke Wachstum durch Eigenmittelaufbau abzusichern. Das Bankhaus ist stark vom Zinsgeschäft abhängig, während Provisionserträge nur eine untergeordnete Rolle spielen. Es fehlt ein nachhaltiges Geschäftsmodell", hieß es in dem Schreiben weiter.

Immobilienkredite als Belastungsfaktor
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für das Bankhaus RSA sei der hohe Anteil notleidender Kredite im Kreditportfolio. Für diese Engagements seien erhebliche Wertberichtigungen erforderlich, die das Eigenkapital unmittelbar belasten. Auch beim Bankhaus RSA tragen Kredite im Immobiliensektor zur Schieflage bei.

"Offene Schlüsselpositionen, zahlreiche personelle Wechsel – auch im Vorstand – und fehlende Perspektiven schränken die Handlungsfähigkeit des Bankhauses spürbar ein", erklärte die Bank. Der ordnungsgemäße Geschäftsbetrieb könne nicht mehr verlässlich sichergestellt werden.

Reform des Rettungsschirms beschlossen
Erst in der vergangenen Woche hatte die genossenschaftliche Bankengruppe für eine Reform des gemeinschaftlichen Rettungsschirms gestimmt. Ziel ist es, Risiken bei einzelnen Banken künftig früher zu erkennen, die Handlungsfähigkeit der Sicherungseinrichtung zu stärken, auf Fehlentwicklungen bei einzelnen Banken schneller zu reagieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure zu verbessern.

Die Abstimmung über die Fusion findet am Mittwoch (17.6.) statt. Mindestens 75 Prozent der Mitglieder der Genossenschaftsbank müssen mit Ja stimmen, damit der Zusammenschluss mit dem Nachbarinstitut vollzogen werden kann. (mb/Bloomberg)