Der Robo-Berater Ginmon hat einen Zweitsitz in Shanghai eröffnet und zugleich einen Partnerschaftsvertrag mit der in Shanghai beheimateten Everbright Yunfu Internet geschlossen, einer Tochtergesellschaft der China Everbright Group. Diese wird ihren Kunden künftig die Strategien des Frankfurter Fintechs anbieten, das mittlerweile wie die meisten seiner Mitbewerber auch über eine Zulassung gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz verfügt. Das schreibt Ginmon in einer Pressemitteilung.

"Nach einer gründlichen Analyse aller Anbieter sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass die führende Technologie von Ginmon am besten zu unseren Ambitionen passt”, kommentiert Lingwu Xia, Vice Chairman und CEO Everbright Yunfu Internet, die Entscheidung. Die China Everbright Group gehört nach eigenen Angaben zu den bedeutendsten chinesischen Finanzinstituten und verwaltet aktuell Assets in Höhe von umgerechnet 579 Milliarden US-Dollar.

Großes Potenzial für Robos in China
"Aktuellen Zahlen von Casey Quirk zufolge werden die chinesischen Assets under Management bis 2030 von aktuell 3,2 auf 17 Billionen US Dollar wachsen. Damit würde der chinesische Markt zum zweitgrößten nach den USA heranwachsen", erklärt Jerome Eger, Managing Director für Ginmon China. Allein der Markt für Robo-Advisor werde auf über 750 Milliarden US Dollar für das Jahr 2020 geschätzt. "Die Branche bietet derzeit Wachstumspotenzial von über 15 Prozent", begründet Eger die Aktivitäten Ginmons in China.

"In China suchen etwa 200 Millionen Einzelanleger nach Alternativen zum heimischen Kapitalmarkt, der von starken Kursschwankungen und häufigen Blasenbildungen geprägt ist. Automatisierte Portfolios gelten als neuer Trend im Fintech-Bereich", ergänzt Ginmon-Geschäftsführer Lars Reiner die bereits vor einiger Zeit angekündigte Expansion ins Ausland. (jb)