Der Online-Vermögensverwalter Moneyfarm zieht sich nach nur einem Jahr wieder aus Deutschland zurück. Der Robo wird sich künftig auf seine Kern- und Ursprungsmärkte Großbritannien und Italien konzentrieren. Das berichtet der Branchendienst "Finanz-Szene.de" unter Berufung auf ein Schreiben des Unternehmens an Kunden. Zudem hat auch Allianz Global Investors (Allianz GI), der zum einen Fondspartner von Moneyfarm ist, den Schritt gegenüber "Finanz-Szene.de" bestätigt. 

Für die deutschen Kunden von Moneyfarm sei aber gesorgt. Diese sollen laut "Finanz-Szene.de" zum Robo "Fidelity Wealth Expert" von Fidelity International wechseln können. Deren Fondsplattformtochter FIL Fondsbank sei ohnehin die Depotbank von Moneyfarm in Deutschland gewesen.

Verluste in den Geschäftsjahren 2019 und 2020
Der Grund für den Schritt ist mangelnde Profitabilität. Moneyfam hat der Meldung zufolge vor zwei Monaten einsehen müssen, dass man 2019 Verluste gemacht habe und dass das auch im laufenden Jahr der Fall sein wird. Letztlich hätten 2019 drei Millionen Euro Ertrag 15 Millionen Euro an operativem Verlust gegenüber gestanden – trotz insgesamt 45.000 Kunden und einem verwalteten Vermögen von mehr als einer Milliarde Euro. 

Der Rückzug von Moneyfarm soll aber nichts am Engagement der Allianz-GI-Mutter an dem Robo ändern. "Allianz unterstützt die Entscheidung von Moneyfarm voll und ganz. Wir beurteilen die Aussichten für die beiden Kernmärkte von Moneyfarm weiter positiv. Allianz Asset Management bleibt weiterhin ein wichtiger Anteilseigner von Moneyfarm und wird seine Beteiligung an Moneyfarm Ltd. nicht ändern", zitiert der Branchendienst aus einer Antwort eines Sprechers von Allianz Global Investors. (jb)