Der digitale Vermögensverwalter Visualvest verwaltet erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro. Das teilte die Tochtergesellschaft von Union Investment mit. Über die Plattform administriert das Frankfurter Start-up sowohl Geld eigener Kunden als auch das von Kooperationspartnern. "Das zeigt, dass wir uns nicht nur als digitaler Vermögensverwalter, sondern auch als Whitelabel-Anbieter erfolgreich am Markt etablieren konnten", lässt sich Visualvest-Chef Olaf Zeitnitz in der Mitteilung zitieren.

Im Corona-Crash zogen Anleger kurzfristig Geld von der Plattform ab, räumt das Fintech ein. Dennoch habe das betreute Vermögen seit Beginn der Pandemie "deutlich gesteigert" werden können. "Dies lag sowohl an den steigenden Kursen im zweiten Quartal als auch daran, dass viele Anleger die gesunkenen Kurse als Chance für die Eröffnung eines Depots oder eine erneute Einzahlung gesehen haben", heißt es in der Pressemeldung. Zudem hätten die vielen Sparpläne für die kontinuierliche Steigerung des Vermögens gesorgt.

Sprung in die erste Robo-Liga
Die nun bekanntgewordene Zahl zeigt, dass sich Visualvest zu den größten digitalen Vermögensverwaltern Deutschlands zählen darf – anders, als das frühere Schätzungen von Marktbeobachtern vermuten ließen. Marktführer ist allerdings weiterhin mit Abstand Scalable Capital: Das Münchner Start-up knackte Ende 2019 die Marke von zwei Milliarden Euro, auch dank einer erfolgreichen Kooperation mit der ING.

Visualvest wurde 2015 gegründet und kam im März 2016 als Roboberater für Privatanleger an den Markt. Kurz darauf startete das Unternehmen auch mit Whitelabel-Lösungen. So betreut das Start-up auch die Vermögensverwaltung "Meininvest", die Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden anbieten. (bm)