Rolle rückwärts beim "Smart Depot": HVB behält künftig Provisionen ein
Das Angebot war sehr attraktiv, insbesondere für Privatanleger mit aktiv verwalteten Fonds: 2022 startete die Hypovereinsbank ein Depot, bei dem außer Transaktionsentgelten keine Kosten anfielen – sogar die laufenden Bestandsprovisionen wurden ausgeschüttet. Doch damit ist es bald vorbei.
Die Hypovereinsbank (HVB) ändert die Konditionen ihres Depotmodells "HVB Smart Depot". Anders als in der Vergangenheit wird das Münchner Institut eventuell anfallende Vertriebsfolgeprovisionen ab April nicht mehr an die Kunden auskehren. Das geht aus einer "Änderungskündigung" an die Anleger mit dem entsprechenden Depotmodell hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegt.
Die Bank hatte das "Smart Depot" 2022 eingeführt. Anleger konnten Wertpapierprodukte wie ETFs, Zertifikate, Fonds oder Aktien kostenlos verwahren. Bei online vorgenommenen Wertpapiergeschäften falle lediglich ein "geringes Transaktionsentgelt" an, warb die HVB seinerzeit.
"Falls Sie nicht zustimmen, greift die Kündigung"
Eine Besonderheit stellte der Umgang mit den Vergütungen dar, die die Bank für aktiv gemanagte Fonds von den Anbietern erhält: "Bestandsprovisionen von Dritten werden nachträglich vierteljährlich auf das entsprechende Referenzkonto ausgezahlt", hieß es zum Produktstart. Das ist unüblich – nur wenige Banken und Fondsdiscounter kehren diese Zuwendungen komplett oder zumindest teilweise aus.
In der nun versandten "Änderungskündigung" heißt es, die HVB passe die Bedingungen des "Smart Depots" dem "marktüblichen Standard" an: Der Depotpreis und die Entgelte für Käufe und Verkäufe blieben zwar unverändert, ab April entfalle aber die Regelung zu "Zahlungen Dritter". Die Kunden müssen der Vertragsänderung bis spätestens 27. Februar zustimmen. "Falls Sie nicht zustimmen, greift die Kündigung. Ab 1. April 2026 sind dann keine Wertpapierkäufe mehr möglich", heißt es in dem Schreiben.
"Markt- und kostengerechtes Angebot"
Auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE teilt die Bank mit, ihren Kunden "abhängig vom individuellen Bedarf und gewünschten Beratungsanspruch" weiterhin "das jeweils passende Depot" anzubieten. "Dabei legen wir neben fairen und transparenten Preisen besonderen Wert auf eine hohe Beratungsqualität", so die HVB.
Für "digitale Selbstentscheider" biete man auch künftig mit dem "Smart Depot" ein Wertpapierdepot "ohne Depotpreis und mit niedrigen Transaktionspreisen" an. "Für ein auch weiterhin markt- und kostengerechtes Angebot entfällt künftig lediglich die Ausschüttung der Vergütungen Dritter", teilt die Bank mit.
Beim "Depot Global" werden Provisionen weiterhin ausgekehrt
Andere Depotmodelle wie "HVB One Wealth" oder das "HVB Depot Global", die sich an das gehobene Kundensegment richten, seien von den Änderungen nicht betroffen. Im "Depot Global" schüttet die HVB anfallende Bestandsprovisionen schon seit mehr als zehn Jahren an die Anleger aus. Die Kunden zahlen bei diesem Pauschalpreismodell allerdings eine jährliche Gebühr, die sich am betreuten Volumen orientiert – anders als beim kostenlosen "Smart Depot" für Anleger ohne Beratungswunsch. (bm)














