Tim Albrecht wird bei der DWS bleiben und nicht wie geplant Anfang 2019 zur Berenberg Bank wechseln. Dies bestätigte ein Sprecher von Berenberg auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Auch die Fondstochter der Deutschen Bank erklärte, der Wechsel komme nicht zustande. Die Mitarbeiter der DWS seien über die Personalie in einer internen E-Mail bereits informiert worden.

Zu den Gründen für den Verbleib von Top-Manager Albrecht bei der DWS erklärte ein Insider, die Rückkehr von Asoka Wöhrmann zu der Fondsgesellschaft habe den Ausschlag gegeben. Wöhrmann war bis 2015 Chefanlagestratege bei der DWS, leitete dann das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank. Im Oktober war bekannt geworden, dass Wöhrmann als CEO zur DWS zurückkehren würde. Er folgte auf Nicolas Moreau, der das Unternehmen wohl auch wegen hoher Mittelabflüsse verlassen musste.

DWS war immer "sein Unternehmen"
Albrecht habe erklärt, die DWS sei immer "sein Unternehmen" gewesen, sagte der Insider FONDS professionell ONLINE. Er hoffe, dass die Veränderungen in der Geschäftsführung und vor allem die Rückkehr von Wöhrmann dazu führten, dass es "wieder so werde, wie es einmal war".

Bei der Fondstochter der Deutschen Bank werde Albrecht "seine bisherige Funktion als Leiter Equities-Plattform für Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH-Region) unverändert weiterführen sowie auch weiterhin das deutsche Aktienteam leiten", heißt es in der internen Mitteilung der DWS, die FONDS professionell ONLINE vorliegt.

Albrechts Nachfolgerin bei der DWS sollte Petra Pflaum werden. Als Co-Chefin für Aktien der EMEA-Region war sie aber ohnehin schon Albrechts Vorgesetzte und hätte dessen Team zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben geleitet. Die Manager Christoph Ohme und Hansjörg Pack wiederum sollten Fonds von Albrecht übernehmen. Sie arbeiten auch künftig in dem Team.

Freude über weitere Zusammenarbeit
Albrecht ist seit 20 Jahren bei der DWS tätig und für Assets mit einem Volumen von 15 Milliarden Euro verantwortlich. Die Fondsgesellschaft hatte zum 1. Januar 2017 mit Henning Gebhardt einen Top-Fondsmanager an die Hamburger Privatbank Berenberg verloren. Davon, dass Albrecht bleibt, ist man in Frankfurt nun natürlich angetan. "Wir freuen uns, dass er sich entschieden hat, seine ausgezeichnete Arbeit bei uns fortzusetzen", heißt es in der internen Mail.

Die Umstimmung von Milliardenmanager Albrecht wird sich Wöhrmann wohl als einen seiner ersten großen Erfolge in der neuen Position anrechnen können. Der amtierende DWS-Chef hatte kürzlich vor den Mitarbeitern angekündigt, die Zentrale in Frankfurt sowie das Engagement im Heimatmarkt Deutschland zu stärken.

Gebeutelter Kurs klettert
Die Nachricht stieß auch an der Börse auf Freude. Die gebeutelte DWS-Aktie notierte zeitweilig mehr als vier Prozent im Plus bei gut 24,80 Euro. Das Papier hatte seit dem Börsengang im März 2018 praktisch nicht mehr seinen Einstandskurs von 32,55 Euro überschritten. (am, hh, ert)