Die Generali-Versicherung prüft weiter, wie sie mit ihrem in Abwicklung befindlichen deutschen Lebensversicherungsgeschäft verfahren soll. Die Gesellschaft hat noch keine Entscheidung getroffen, ob sie die Bestände intern weiter abwickelt oder an eine externe Gesellschaft abgibt – im Fachjargon also entweder einen internen oder externen Run-off einleitet. Das teilte ein Sprecher der Versicherung FONDS professionell ONLINE auf Anfrage mit. 

Dagegen hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen gemeldet, dass mit der Athene Holding und Viridium zwei Run-off-Plattformen konkrete Gebote für die Versicherungs-Altbestände abgegeben hätten. Die Policen sollen einen Wert von rund 40 Milliarden Euro haben. Zu der Bloomberg-Meldung wollte sich die Generali gegenüber der Redaktion nicht äußern. Man kommentiere keine Berichte.
 
Kehrtwende für ein paar Monaten
Der Versicherer hatte Mitte vergangenen Jahres angekündigt, die Lebensversicherungen in einen externen Run-off geben zu wollen. Die Gesellschaft leidet wie andere unter den Minizinsen. Diese setzen sie unter Druck, die garantierten Renditen für klassische Lebenspolicen zu erwirtschaften. Zudem müssen sie hohe Rückstellungen bilden, um ältere Garantieversprechen erfüllen zu können. Aus diesem Grund hatte die Generali Deutschland bereits Ende 2015 das Neugeschäft mit diesen Produkten weitgehend eingestellt.

Um die Jahreswende kam es aber zu einer Kehrtwende. Die Führungsriege der Generali Deutschland kündigte eine Prüfung an, ob die Bestände auch intern abgewickelt werden können. Ein Grund dafür könnte die verheerende Reaktion der Öffentlichkeit auf die geplante Übertragung an eine spezialisierte Abwicklungsgesellschaft gewesen sein. Kunden lehnen Transfers kategorisch ab, da sie fürchten, dass ihre Versicherungen bei der Abwicklungsgesellschaft nicht sicher seien und sie auch Einbußen bei der Rendite hinnehmen müssen. Allerdings hat selbst die Finanzaufsicht Bafin kürzlich in einem Artikel, der in ihrem Journal erschien, eine Lanze für die externen Abwickler gebrochen. 

Ergo will selbst Run-off-Plattform werden
Mitbewerber Ergo hat dagegen kürzlich seine Entscheidung bezüglich seiner in Abwicklung befindlichen Lebenspolicen getroffen: Die Tochter der Munich Re wird diese intern abwickeln und hat dafür eine Kooperation mit IBM Deutschland getroffen. Mittelfristig möchte sich der Versicherer damit selbst als Abwicklungsplattform positionieren. (jb)