Die R+V Versicherung blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Der genossenschaftliche Versicherer hat über alle Sparten drei Prozent mehr an Beiträgen einsammeln können. Der Gewinn von 795 Millionen Euro ist der höchste, den die Gesellschaft nach eigenen Angaben jemals erzielte. Dabei hat dem Versicherer auch der starke Bankenvertrieb geholfen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. 

In der Lebensversicherung betrug das Plus bei den Bruttobeiträgen 1,9 Prozent. Der Zeitung zufolge machte der Vorstand in dem Zusammenhang eine wichtige Ankündigung: "Wir sind in Leben klar positioniert: Wir machen keinen Run-off, keinen Bestandsverkauf und bieten das komplette Produktportfolio. Was der Kunde aussucht, bekommt er", zitiert die FAZ den Vorstandsvorsitzenden Norbert Rollinger.

Generali mit Option Nummer Drei bei Run-off
Die R+V positioniert sich laut FAZ als einer der wenigen übriggebliebenen Lebensversicherer, die noch aus voller Überzeugung die aus der Mode gekommenen Policen mit jährlicher Zinsgarantie anbieten. Zwar hat sie wie andere Gesellschaften auch andere Varianten im Angebot, doch 60 Prozent des Neugeschäfts stammen noch aus dieser Produktgattung, wenngleich die Produkte mit alternativen Garantiemodellen stark aufholen.

Ein Grund für das Festhalten an klassischen Lebenspolicen ist, dass die R+V wohl gerade in der Phase, als Hochzins-Policen mit vier Prozent Garantie verkauft wurden, IT-Schwierigkeiten hatte und damals im Neugeschäft hinter der Konkurrenz zurückblieb. So seien die Lasten aus der Zinszusatzreserve überschaubar. 

Ein anderer Versicherer hat hier bekanntlich mehr Probleme: die Generali. Die deutsche Tochter des italienischen Versicherungsriesen möchte nach Möglichkeit die alten, hochverzinsten Lebenspolicen abgeben – im Fachjargon Run-off genannt. Der Versicherer prüft immer noch den Verkauf an eine Run-off-Plattform. Allerdings sei auch nicht ausgeschlossen, die Bestände intern abzuwickeln. In diversen Medien wird auch berichtet, dass die Generali eine dritte Option erwägt: Den Verkauf der Bestände an eine externe Gesellschaft, wobei die Generali einen Minderheitsanteil am Abwickler bekommen könnte. Auf diese Weise könne man den Prozess der Abwicklung begleiten. (jb)