Wer Fonds und Vermögensanlagen vermitteln will, braucht seit 2013 einen Sachkundenachweis (Ausnahme: "alte Hasen"). In aller Regel muss also eine Sachkundeprüfung für die Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) abgelegt werden, was im Gegensatz zur Erlaubnis bei jeder IHK möglich ist. Derzeit gibt es rund 40.000 freie Finanzanlagenvermittler und Honorar-Finanzanlagenberater, die künftig womöglich unter Bafin-Aufsicht kommen (FONDS professionell ONLINE berichtete).   

Bei den Sachkundeprüfungen fallen viele Teilnehmer durch. Das liegt auch daran, dass Berufseinsteiger sich nicht gut genug vorbereiten. Selbst gestandene Vermittler, die eine zusätzliche Zulassung benötigen, weil sie zum Beispiel neben Versicherungen nun auch zu Fonds beraten wollen, scheitern oft, weil sie nicht genau dann die Zeit zur Weiterbildung haben, wenn die Kurse laufen. Das Vermittlungsgeschäft geht eben vor.

Individuelle Prüfungsvorbereitung zu niedrigem Preis
Dem Bedürfnis nach individueller Zeiteinteilung und Prüfungsvorbereitung zu niedrigem Preis hat sich der Markt der Weiterbildungsanbieter noch nicht hinreichend angepasst. Das weiß Vertriebs-Coach und Führungskräfte-Trainer Michael Bickel aus Kreisen seiner Kursteilnehmer. "Viele wollen sich mit Hilfe einer gut strukturierten Online-Plattform, die geschickt Fragen, Lösungen und weitergreifende Erläuterungen miteinander kombiniert, auf die Sachkundeprüfung vorbereiten - am liebsten im eigenen Lerntempo von Zuhause aus", sagt Bickel.

Neben der Vorgabe dieses Lerntempos sei der Nachteil bei Präsenzseminaren zudem meist die Zeit. "Zum einen müssen sich die Teilnehmer je nach Anbieter bis zu zehn Tage aus ihrem operativen Geschäft lösen, was erhebliche Opportunitätskosten verursacht, zum anderen müssen sie sich auf feste Termine einstellen", weiß Bickel. Nicht selten kämen Reise- und Übernachtungskosten zu den hohen Seminargebühren hinzu. 

Damit soll durch das Start-up Sachkundegurus.de Schluss sein. Die Lernplattform löse durch die smarte Technik und den Einsatz aller Medien (Video, Audio, intelligente Fragen und Antworten sowie Fortschrittsanalyse und Simulation) gleich beide Probleme: individuelles Lernen im eigenen Tempo - und das orts- und zeitunabhängig.

Marktlücke für alle 34er-Vermittler erkannt und gebannt
Gestartet waren die Sachkundegurus im vergangenen Jahr mit dem Online-Paket für die Sachkundeprüfung zum "Immobiliardarlehensfachmann/-frau IHK“ für die Zulassung nach Paragraf 34i GewO (FONDS professionell ONLINE berichtete). Nun ist das Paket für 34f-Vermittler fertig. Ab Mitte April 2020 sollen auch die ersten Pakete für die Sachkundeprüfung für 34d-Vermittler komplett sein.

"Wir vermitteln Prüfungswissen, denn gewünscht ist in der Regel keine fundierte Fachausbildung, sondern das Bestehen der Prüfung vor der IHK – genau dabei helfen wir", benennt Bickel ein Alleinstellungsmerkmal. Zur Vorbereitung werde zusätzlich jeweils kurz vor den IHK-Prüfungsterminen ein Tutorial angeboten, in dem mittels Videokonferenz aller interessierten Kursteilnehmer Fragen an den Fachverantwortlichen gestellt werden können. Teil der Software ist auch eine Prüfungssimulation in Echtzeit. Direkt im Anschluss erfährt man nicht nur, ob die Prüfung bestanden worden wäre, sondern auch, welche Fragen nicht korrekt beantwortet wurden.

Inhaltlich folge die Web-Applikation zur 34f-Prüfung drei Schritten: Zunächst gelte es, sich eine Übersicht zu verschaffen (Vorbereitungsleitfaden lesen, Relevanz der Prüfungsschwerpunkte verstehen, persönlichen Lernaufwand einschätzen). Im zweiten Schritt ist das Lernskript zu lesen (theoretischen Prüfungsstoff, Skript "Kenntnisse für Beratung und Vertrieb von Finanzanlageprodukten", Skript "Offene Investmentvermögen"). Im dritten Schritt werden die Prüfungsfragen bearbeitet (Frage-Varianten verstehen, Übungsfragen durcharbeiten, Lösungen verstehen, üben und wiederholen, Prüfungssimulation bestehen).

Interessante Preisangebote
Die Interessenten erhalten laut Bickel anders als sonst am Markt üblich eine kostenlose Testversion. Das Komplettpaket koste 399 Euro und liege weit unter dem Satz, den Teilnehmer für Vorbereitungsseminare mit Präsenzterminen bezahlen müssten. "Selbst reine Online-Angebote sind meist deutlich teurer", hat Bickel beobachtet. Da sich nicht jeder auch der praktischen Prüfung unterziehen müsse, weil er schon eine andere 34er Zulassung besitzt, werden auch Teilpakete für die Vorbereitung zur schriftlichen Prüfung angeboten, für 249 Euro. "Es gibt eine Geld-zurück-Garantie, sollte jemand die Prüfung trotz Vorbereitung mittels eines unserer Pakete nicht bestehen", verspricht Bickel.

Die meisten Wettbewerber bieten Präsenzseminare, Online-Seminare oder eine Kombination ais beidem an. In den meisten Fällen haben die Teilnehmer somit einen Trainer live oder zumindest virtuell vor Augen. Das hat ohne Zweifel Vorteile. Allerdings schlägt sich dies auch in den Preisen nieder. So verlangt etwa Marktführer Going Public für 18 halbtägige Online-Seminare zu vorgegebenen Zeiten 1.090 Euro. Hinzu kommen noch 200 Euro für den Vorbereitungstag auf die mündliche Abschlussprüfung in Würzburg sowie Kosten für die An- und Abreise sowie die Übernachtung.

Neben den Vorbereitungskursen für die Sachkundeprüfung zum Vermittlungsgeschäft arbeitet das Unternehmen an einer Plattform für die fortlaufende Weiterbildung von Finanz- und Versicherungsvertrieben. "Wir wollen als digitaler Begleiter den Beratern ihren Vertriebs- und Beratungsalltag erleichtern und Unternehmen bei der Koordination der Ausbildung unterstützen", blickt Bickel voraus. (dpo)