Der Robo Advisor Scalable Capital bietet Investoren mit einem Anlagevermögen ab 100.000 Euro nun auch eine persönliche Betreuung an. Dies teilt die Gesellschaft mit. Das Münchener Start-up schickt dafür eigens ein Team "in regelmäßigen Abständen in diverse deutsche Metropolen“, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Das auf schlanke Strukturen setzende Fintech empfängt seine Kunden aber nicht in mit Marmor gefliesten Hotel-Lobbys, sondern nutzt für die Gespräche Mietbüros – neudeutsch Coworking-Offices genannt.

Der digitale Vermögensverwalter, an dem der Asset-Management-Riese Blackrock beteiligt ist, verlässt damit immer weiter die ursprüngliche Linie, seine Dienste lediglich online anzubieten. Im Frühjahr hatte das Haus bereits in Großbritannien klssische Berater engagiert. Den Schritt begründeten die Münchener damals mit den Besonderheiten des Marktes auf der Insel. Damals schloss die Gesellschaft noch aus, auch hierzulande eine Beratung von Mensch zu Mensch aufzulegen.

Ein Drittel der Kunden nimmt die Hürde
"Gerade vermögende Privatanleger kennen und schätzen die Vorteile von Technologie in der Geldanlage. Klar ist aber auch, dass sich manche Investoren bei sechs- und siebenstelligen Anlagesummen eine persönliche Betreuung wünschen", argumentiert Scalable-Gründer und Geschäftsführer Erik Podzuweit heute. "Diesem Wunsch kommen wir nun mit diesem Zusatzangebot nach. So profitieren vermögende Anleger von den Vorteilen einer technologiebasierten Geldanlage, müssen aber nicht auf einen individuellen Service verzichten."

Portfolios mit einem Volumen ab 100.000 Euro aufwärts würden über ein Drittel des verwalteten Gesamtvermögens bei Scalable ausmachen, teilte das Unternehmen mit. Im Durchschnitt lassen Anleger 35.000 Euro von dem Robo Advisor verwalten. Die Münchener betreuen wohl als einziger digitaler Vermögensverwalter mehr als eine Milliarde Euro an Volumen. Der Platzhirsch kooperiert mit Siemens sowie der Direktbank ING-Diba. Jüngst kündigte das Haus zudem an, das IT-Rückgrat für einen Robo der spanischen Openbank, einer Online-Tochter der Santander, zu stellen. (ert)