Scalable Capital beendet sein Angebot für Privatanleger in Großbritannien. Der größte Online-Vermögensverwalter Deutschlands begründet den Schritt offiziell damit, dass er seine Services auf einer zentralen Plattform bündeln wolle. Diese sei die deutsche, welche wiederum für die weitere internationale Expansion ausgewählt worden sei. Das berichtet das britische Branchenportal "Altfi" unter Berufung auf Schreiben der Gesellschaft an Kunden. Scalable bestätigte den Schritt auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. 

Ein weiterer, sicher ebenfalls wichtiger Grund für den Abschied dürften "Altfi" zufolge die hohen Kunden-Akquisekosten für "Robos" sein, welche dazu führten, dass viele Gesellschaften bereits vom Markt verschwunden sind. Tatsächlich hat Scalable im Vereinigten Königreich, wo es seit 2016 präsent war, im Geschäftsjahr 2018 nur sehr magere Umsätze in Höhe von 120.000 Pfund (rund 130.000 Euro) erzielt, wie das Branchenportal "Finanz-Szene.de" im November 2019 berichtete. Grundsätzlich scheint es für den Robo aber zu laufen: Das in toto verwaltete Vermögen liegt "Altfi" zufolge mittlerweile bei knapp drei Milliarden Euro. 

B2B-Kooperation mit Barclays bleibt
Eine Sprecherin betonte gegenüber der Redaktion weiter, dass sich der "Robo-Berater" nicht komplett vom britischen Markt zurückziehe. Die Mitte 2020 begonnene Kooperation mit der Großbank Barclays bestehe fort. Scalable stellt dem Kreditinstitut die IT-Strecke für deren Online-Vermögensverwaltung zur Verfügung. Chef der Barclays-Einheit, die hinter dem Robo steht, ist Dirk Klee, ehemaliger Chef für die Regionen Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock.

Der Meldung zufolge wird Scalable seinen britischen Kunden helfen, ihre Investments von der UK-Plattform auf eine andere zu transferieren. Ob das die eigene deutsche sein wird, geht aus dem Bericht nicht hervor. Für diese Übergangszeit behält der "Robo" auch nich seine Lizenz von der britischen Finanzaufsicht FCA. Ferner soll es innerhalb des "Robos" keine Entlassungen geben. Wegen der Expansionspläne in Deutschland würden die Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens gebraucht. (jb)