Die Schnigge Wertpapierhandelsbank hat Christian Maria Kreuser Anfang Juli in die Geschäftsführung berufen. Der ehemalige Vorstand der Quirin Bank verantwortet künftig die strategische Neuausrichtung des Instituts, teilte die Wertpapierhandelsbank am Mittwoch mit.

"Neben dem Handelsgeschäft und Corporate Finance wird es in Zukunft auch Private Banking, Asset Management und Lösungen für Mittelstandsfinanzierungen geben", gibt Kreuser einen Ausblick. Über das Ausschöpfen der bestehenden Lizenzen hinaus sei auch der Ausbau zu einer Vollbank eine strategische Option.

"Erfahrener Stratege"
"Mit Christian Kreuser komplettieren wir unser Führungsteam und gewinnen einen erfahrenen Strategen dazu", erklärt Florian Weber, geschäftsführender Direktor und Hauptaktionär der Bank. Kreuser sei ein "insbesondere im Auf- und Ausbau neuen Bankgeschäfts sehr erfahrener und erfolgreicher Geschäftsleiter", so Jürgen Frodermann, der Vorsitzender des Verwaltungsrates der Wertpapierhandelsbank.

Kreuser wechselt von der St. Galler Kantonalbank, für die er seit Juli 2016 die Hauptniederlassung in München leitete. Ab dem Jahr 2005 gehörte er der Führungscrew der auf Honorarberatung spezialisierten Quirin Bank an, deren Bereiche Private Banking, Wealth Management und Asset Management er bis Anfang 2014 verantwortete. Danach wechselte er zum Münchner Vermögensverwalter Assenagon (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Neuer Eigentümer, frisches Kapital
Die Schnigge Wertpapierhandelsbank gehörte früher zum Portfolio von Augur Capital, einer auf die Finanzbranche spezialisierten Beteiligungsgesellschaft, die unter anderem Inhaber der Fondsanbieter Veritas und LRI ist. Anfang Dezember vergangenen Jahres verkaufte Augur das Paket mit gut 92 Prozent der Schnigge-Aktien dann an Geschäftsführer Weber.

Zwei Monate zuvor hatte Schnigge für Schlagzeilen gesorgt, weil die Bafin kurzzeitig Insolvenz über das Vermögen der Wertpapierhandelsbank beantragt hatte – nur um diesen Antrag kurz darauf wieder zurückzuziehen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Den Ausschlag hatten Probleme bei einem Handelspartner gegeben, der Schnigge mit in die Insolvenz zu reißen drohte. Im Januar sammelte das Institut über eine Kapitalerhöhung 1,4 Millionen Euro frisches Geld ein, um die Bilanz zu stärken. (bm)