Die Ratingagentur Scope hat das Rating des Asset Managements der DF Deutsche Finance Holding mit sofortiger Wirkung und endgültig zurückgezogen. Dem Schritt waren zwei Warnstufen vorausgegangen: Anfang September vergangenen Jahres hatte Scope den Status des Ratings auf "Under review for possible downgrade" gesetzt, die DF also unter verschärfte Beobachtung genommen, und Ende Oktober dann das Rating ausgesetzt.

Unzureichende Information über Erfolge und Pläne
Hintergrund des schrittweisen Entzugs des Ratings war – nach Angaben von Scope – die unzureichende Bereitstellung von Informationen, die erforderlich wären, um sich eine "belastbare Ratingmeinung" zu bilden. Die DF habe Scope mitgeteilt, dass die Geschäftsberichte der Retailfonds für das Geschäftsjahr 2024 größtenteils noch nicht testiert seien. Somit könnten sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht in das Asset Management Rating einfließen.

Darüber hinaus befinde sich die DF in Restrukturierungsprozessen, führte Scope zur Begründung der Aussetzung des Ratings im Oktober an. Mit dem Einstieg von Ralph Winter über die Beteiligungsgesellschaft W5 Group gehe eine strategische Neuausrichtung des Geschäftsmodells in Deutschland einher, die zunächst eine stärkere Positionierung im Segment Wohnimmobilien vorsehe.

Die geforderte Informationsgrundlage ist eigentlich Standard
Scope listete bereits im Oktober auf, was für die Erstellung eines Ratings an Unterlagen fehlen würde, darunter neben den testierten Geschäftsberichten sämtlicher Retailfonds für das Jahr 2024 auch eine Darstellung der Performance-Entwicklung der DF-Fonds im Jahr 2025 und eine Dokumentation der Fortführung der aktuellen Geschäfts- und Kundenstrategie.

FONDS professionell ONLINE hat die Deutsche Finance um eine Stellungnahme und Erläuterung der Hintergründe aus ihrer Sicht gebeten, sie war aber für die Redaktion nicht erreichbar. (tw)