Yassin Hankir will, dass die Menschen seinem Fintech-Start-up Savedroid wieder vertrauen. Dafür hat der Gründer einen ungewöhnlichen Schritt getan: Mit einem sogenannten "Reverse IPO" hat er das Fintech vor Kurzem an die Börse gebracht. Bei dieser Methode kauft eine bereits gelistete Firma ein anderes Unternehmen auf und bringt dieses damit mit an den Anteilsmarkt. Savedroid gehört seit letzter Woche dem Unternehmen Advanced Bitcoin Technologies, das von den Savedroid-Machern zuvor selbst gegründet wurde.

Mit dem Börsengang durch die Hintertür unterliegt das Start-up nun unter anderem strengeren Berichtspflichten und muss künftig etwa Geschäftszahlen detailliert veröffentlichen. Hankirs Botschaft an die Öffentlichkeit ist klar: "Krypto geht auch seriös", sagte er nach Informationen des Finanzmagazins "Finance Forward". Der versteckte Börsengang soll dem Gründer zufolge dem Unternehmen außerdem ermöglichen, das Eigenkapital zu erhöhen.

Zweifelhafte PR-Aktion
Savedroid war einst ein Star am Frankfurter Fintech-Himmel und stolperte dann über eine missglückte PR-Aktion. Im April 2018 verkündete Hankir plötzlich über die Sozialen Medien, er habe sich mit den erlösten Millionen aus dem vorangegangen Initial Coin Offering (ICO) aus dem Staub gemacht – zum Entsetzen von Geschäftspartnern, Geldgebern und Kunden. Einen Tag später löste der Gründer den bösen Gag auf und zeigte sich von der aufbrandenden Welle an Empörung überrascht. Da war es aber schon zu spät, um den Imageschaden abzuwenden.(fp)