Die Berliner Smartphone-Bank N26 ist auf Expansionskurs. Seit dieser Woche bietet das Institut erstmals auch in Dänemark, Norwegen, Schweden und Polen in Euro denominierte Konten an, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). In den nächsten Wochen sollen Island und Liechtenstein dazu kommen. N26 will so nach eigenen Angaben einen großen Schritt in Richtung einer paneuropäischen Bank machen.

Die Auslandsangebote richten sich laut N26-Manager Alex Weber in erster Linie an Kunden, die gerne reisen und viel mit Menschen aus dem Euro-Raum zu tun haben. Sein Institut gehe dabei kein großes finanzielles Risiko ein: "Mit den ersten Kunden ist das Projekt sofort rentabel", so Weber zur FAZ. Bisher haben sich in den angepeilten Ländern nach Angabe des Instituts rund 10.000 Menschen auf Wartelisten eingetragen. Fast alle davon zeigen auch Interesse an Euro-Produkten.

US-Expansion lässt auf sich warten
Das Jungunternehmen mit Wiener Wurzeln ist im Jahr 2015 an den Start gegangen und hat mittlerweile 1,5 Millionen Kunden in bald 24 europäischen Ländern. Ein Versuch des Fintechs, auch den US-Markt zu erschließen, kommt anscheinend nicht so recht voran: Vor rund einem Jahr kündigte N26-Gründer Valentin Stalf an, noch 2018 ein entsprechendes Angebot für US-Bürger zu starten, in Kooperation mit einer amerikanischen Bank.

Seitdem ist es still geworden um den Vorstoß Richtung USA. Stattdessen bekam N26 wegen Sicherheitsbedenken zuletzt Ärger mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin, weil Testkunden mit plump gefälschten Pässen Konten eröffnen konnten. (fp)