Aus dem Alltag sind digitale Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken. E-Mail oder Whatsapp sind für viele Menschen gängige Kanäle. Erstaunlich ist daher, dass zwischen Fondsplattformen und Vermittlern noch viel Papier verschickt wird, wenn Orders aufgeben oder Depots eröffnet werden. Das ergab eine Umfrage von FONDS profes­sionell unter den sieben führenden Plattformen.

Analoge Eröffnung
Zunächst einmal: Alle Finanzdienstleister ­geben gegenüber der Redaktion an, dass sie ihren Geschäftspartnern Tools zur Verfügung stellen, mit denen sie automatisch Kauf- oder Verkaufsaufträge einstellen können. Bei der Eröffnung eines Depots sieht die Sache anders aus.

Lediglich vier der sieben befragten Plattformen ermöglichen aktuell die digitale Depoteröffnung inklusive Video-Ident, wodurch die Identifikation des Anlegers am Bildschirm möglich und das Wertpapierkonto innerhalb weniger Minuten eröffnet ist. Die übrigen bieten entweder digitale Teillösungen ohne ­Video-Ident oder bauen die ­digitale Strecke erst auf.


Einen Überblick über die Konditionen und Angebote ausgewählter Fondsplattformen finden Sie unten in der Tabelle. Diese steht Ihnen auch als PDF zum Download zur Verfügung.


Trotz der digitalen Angebote ­beziffern die Augsburger Aktienbank (AAB) und die Fondsdepot Bank den prozentualen Anteil der via Papier aufgegebenen Orders auf rund 60 beziehungsweise 50 Prozent. Bei den anderen Plattformen liegt diese Zahl bei knapp unter 30 Prozent oder weit darunter. "Ich treffe auf Veranstaltungen und Kongressen auch heute noch Vermittler, die keine automatisierten Systeme einsetzen, sondern papiergestützt arbeiten", bestätigt Udo Heißwolf, Finanzanlagenvermittler aus Schwaig bei Nürnberg.

Warum ist das das so? "Einige Vermittler akzeptieren die Neuerungen einfach nicht, manche haben noch nicht einmal einen Computer", erklärt Wesselin Kruschev, Managing Principal bei der Unternehmensberatung Capco, das Phänomen.

Keine Ausschlüsse
Was geschieht aber mit den "Offline-Vermittlern"? Die AAB plant nicht, sie auszuschließen. Als Alternative zum Fax, bei dem es immer häufiger zu Übertragungsfehlern kommt, bietet die Plattform Partnern an, ausgedruckte Formulare einzuscannen oder zu fotografieren und sie auf die AAB-Website hochzuladen.

Die Fondsdepot Bank möchte ab Frühjahr 2020 komplett digital unterwegs sein. Bei Partnern, die Bedenken hegen, will sie Überzeugungsarbeit leisten. Und wenn das nicht fruchtet? "Am Ende wird ein Ausschluss ­eines Vertriebspartners denkbar sein, mangels Angebots eines alternativen papierhaften und manuellen Prozesses", teilte sie mit. (jb)


Der vollständige Artikel "Fax-Anhänger" ist in der Heftausgabe 4/2019 von FONDS professionell ab Seite 286 erschienen. Angemeldete KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.