Die Sparda-Bank West schwenkt auf einen radikalen Sparkurs ein. Das Filialnetz soll massiv verkleinert werden. Mehr als die Hälfte der Zweigstellen sind betroffen, wie die "Westdeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Mitteilung der Bank meldet.

Betroffen seien 43 von 82 Filialen. Diese sollen daher vor allem in Städten mit mehreren Standorten geschlossen werden – zum Beispiel in Köln, Essen, Münster, Wuppertal und Düsseldorf. Allerdings wolle die Genossenschaftsbank an 38 der insgesamt 56 Standorte zumindest mit einer Filiale vertreten bleiben.

Begründung: Kunden bleiben Filialen fern
Die Schließungen haben auch Auswirkungen auf die Belegschaft, so die Zeitung. Mehr als 250 der gut 1.000 Mitarbeiter seien betroffen: 187 direkt durch die Filialschließungen und weitere 70 in den Zentralen in Düsseldorf und Münster. Die Bank plane aber, "möglichst von betriebsbedingten Kündigungen abzusehen. Ein Stellenabbau wird sozialverträglich gestaltet."

Die Bank gebe als Grund für den Sparkurs an, dass immer weniger Kunden die Serviceleistungen einer Filiale in Anspruch nehmen würden und stattdessen auf Online-Banking setzten. Die "Westdeutsche Zeitung" weist aber auch auf eine Meldung des WDR hin, nach der die Einsparungen wegen millionenschwerer Verluste getätigt werden müssen, die dem Genossenschaftsinstitut durch sogenannte "Zinswetten" drohen. Bei diesen im Fachjargon als ´Zins Swaps" bekannten Investments wetten Anleger auf die Differenz zwischen zwei Zinssätzen. Diese gingen in der Vergangenheit sehr häufig aber nicht auf. (jb)