Zusammen hätten sie zu einer der zehn größten Genossenschaftsbanken des Landes werden können. Doch die Fusionsgespräche zwischen der Sparda-Bank Berlin und ihrem Pendant aus Hannover wurden gestoppt, wie die beiden Institute dem "Handelsblatt" mitteilten. "Nach gründlicher Analyse hat sich gezeigt, dass ein Zusammenschluss nicht die erhofften positiven Effekte bringt", sagte André-Christian Rump, Vorstandschef der Sparda-Bank Hannover. Die Bank konzentriere sich nun weiter auf die eigenen Stärken. "Wir haben unser Geschäftsmodell stetig weiterentwickelt und eine sehr gute Eigenkapitalbasis", erklärte Rump.

Die Sparda-Bank Berlin zeigte sich dem "Handelsblatt" zufolge enttäuscht. Schließlich hätte die Fusion signifikante wirtschaftliche Vorteile hervorgebracht, die jedes einzelne Haus allein nicht realisieren könne, erklärte die Bank. Noch im Februar hieß es von beiden Häusern, dass sich für das neue Institut eine "sehr gute Zukunftsperspektive" ergebe und man "die Kräfte beider Häuser bündeln" wolle. Bei einer Fusion wäre ein Institut mit mehr als 11.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von fast zwölf Milliarden Euro entstanden.

Fusionen trotz Pandemie
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) prognostiziert trotz Krise rund 40 Zusammenschlüsse in diesem Jahr. Nach einer Bestandsaufnahme des "Handelsblatt" bestehen derzeit noch rund 840 Genossenschaftsbanken, die meisten sind Volks- und Raiffeisenbanken. Daneben gibt es elf Sparda-Banken, 14 PSD Banken sowie einige Spezialinstitute. Das mit Abstand größte Institut ist die DZ-Bank. (fp)